Kanton Schaffhausen zieht Klimabilanz
Sichtbar sind die Auswirkungen der Trockenheit derzeit überall in der Region. Bereits Anfang August verfärben sich in den Schaffhauser Wäldern die Blätter, und der Rhein führt seit Monaten Niedrigwasser. Dies belastet nicht nur die Tierwelt, sondern schränkt auch die Schifffahrt und die Stromproduktion ein. Im Rekordsommer 2018 lag die Wassertemperatur im Rhein beispielsweise an mehr als 100 Tagen über der kritischen Marke von 20 Grad und an 14 Tagen sogar über 25 Grad. Auch die Folgen im Wald sind messbar, da Hitze und Trockenheit zu massiven Zwangsnutzungen führten. Im Spitzenjahr 2020 mussten rund 100’000 Kubikmeter Schadholz ausserplanmässig gefällt werden, während dieser Wert im Jahr 2025 auf unter 20’000 Kubikmeter sank.
Unterstützung für die lokale Wirtschaft
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, treibt der Kanton seine Ende 2020 beschlossene Klimastrategie weiter voran. Mittlerweile umfasst der Katalog 81 Massnahmen, an deren Umsetzung 15 verschiedene Dienststellen aus allen Departementen beteiligt sind. Im vergangenen Jahr wurden sieben neue Massnahmen lanciert. Ein zentraler Schwerpunkt liegt neu auf der Wirtschaft, denn das lancierte Netto-Null-Programm soll vor allem kleine und mittlere Betriebe dabei unterstützen, klimaneutral zu werden. Ein erfolgreiches Praxisbeispiel liefert die WEFASwiss AG aus Thayngen, die durch die Nutzung von Abwärme und den Ausbau von Photovoltaik ihren Gasverbrauch bereits um 80 Prozent senken konnte.
Positiver Trend bei Solarstrom und E-Mobilität
Auch in weiteren Bereichen ziehen die Verantwortlichen eine positive Zwischenbilanz, denn bis Ende 2025 hat sich die Zahl der vollständig abgeschlossenen Massnahmen auf 24 verdoppelt. Bei der Elektromobilität stieg der Anteil reiner Elektrofahrzeuge an den Neuzulassungen im Jahr 2025 um 6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr auf nun 26 Prozent. Die Solarstromproduktion im Kanton deckt mittlerweile knapp 20 Prozent der erneuerbaren Stromerzeugung ab. Allein auf den kantonseigenen Gebäuden verfünffachte sich die PV-Leistung gegenüber 2021, wobei im Jahr 2025 eine Leistung von 969 Kilowatt-Peak installiert war. Um auch Überflutungen und Starkniederschlägen vorzubeugen, wurden seit 2013 insgesamt 7,3 Kilometer Gewässer revitalisiert, wobei bis zum Jahr 2033 das Ziel von 10 Kilometern erreicht werden soll.
Blick in die Zukunft
Trotz der bisherigen Fortschritte betont der Regierungsrat, dass die Anstrengungen intensiviert werden müssen. Neben dem Klimaschutz rückt die Anpassung an bereits unvermeidbare Hitze- und Trockenperioden immer stäker in den Fokus der kantonalen Planung.