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10.08.2026

Pro Velo kritisiert Sanierungsprojekt für Ortsdurchfahrt Löhningen

«Pro Velo Schaffhausen» fordert bei der geplanten Sanierung der Ortsdurchfahrt Löhningen stärkere Verbesserungen für den Veloverkehr und die Verkehrssicherheit.
«Pro Velo Schaffhausen» fordert bei der geplanten Sanierung der Ortsdurchfahrt Löhningen stärkere Verbesserungen für den Veloverkehr und die Verkehrssicherheit. Bild: Regionaler Naturpark Schaffhausen
«Pro Velo Schaffhausen» unterstützt die Sanierung der Ortsdurchfahrt Löhningen. Am aufgelegten Projekt übt der Verband jedoch deutliche Kritik – insbesondere beim Veloverkehr.

«Pro Velo Schaffhausen» begrüsst, dass der Kanton die Ortsdurchfahrt in Löhningen umfassend sanieren will. Eine Erneuerung dieser Grössenordnung biete die Chance, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, den Veloverkehr zu stärken und die Aufenthaltsqualität aufzuwerten. Genau diese Ziele würden mit dem aufgelegten Projekt aus Sicht des Verbands jedoch nicht erreicht.

«Verbesserung für Velofahrende nicht ersichtlich»

Kritik übt Pro Velo insbesondere an der geplanten Veloinfrastruktur. Heute seien auf der Ortsdurchfahrt Velostreifen markiert. Diese entsprächen zwar teilweise nicht mehr den heutigen Standards, stellten aber zumindest eine erkennbare Infrastruktur für Velofahrende dar.

«Beim neuen Projekt soll hingegen, mit Ausnahme der beiden kurzen, abgesetzten Velostreifen bei den Ortseinfahrten, vollständig auf eine Veloinfrastruktur verzichtet werden», erklärt Co-Präsident Andri Hirsiger auf Anfrage von «Schaffhausen24». Angesichts der Verkehrsbelastung sei dieser Entscheid nicht nachvollziehbar. «Es ist nicht ersichtlich, inwiefern das neue Projekt gegenüber dem heutigen Zustand eine Verbesserung für Velofahrende darstellen soll.»

Linksabbiegen bleibt heikel

Als grösste Gefahrenstellen bezeichnet Pro Velo die Linksabbiegemanöver auf die Velowege Richtung Beringen und Siblingen. Positiv bewertet der Verband, dass die Situation in Richtung Beringen mit dem Projekt verbessert werden soll.

Auf den geraden Strecken sieht Hirsiger jedoch weiterhin Risiken. Mit zunehmendem Geschwindigkeitsunterschied zwischen Velos und motorisiertem Verkehr sowie steigendem Verkehrsaufkommen nehme auch das Sicherheitsrisiko zu. Besonders auf schmalen Fahrbahnen könnten Überholmanöver bei Gegenverkehr zu kritischen Situationen führen.

Pro Velo schlägt Alternativen vor

Aus Sicht des Verbands gäbe es verschiedene Möglichkeiten, die Sicherheit für den Fuss- und Veloverkehr zu verbessern. Eine Variante wäre eine Kernfahrbahn ohne Mittellinie mit durchgehenden Velostreifen auf beiden Seiten. Dieses Konzept habe sich unter anderem an der Rheinhaldenstrasse, der Rietstrasse oder der äusseren Fulachstrasse in Schaffhausen bewährt.

Als weitere Möglichkeit nennt Pro Velo eine Reduktion der Höchstgeschwindigkeit. Dadurch könnten die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Velos und Motorfahrzeugen verkleinert werden. Ebenfalls denkbar wären baulich getrennte Velowege oder kombinierte Fuss- und Veloflächen. Diese Lösungen würden jedoch zusätzlichen Platz beanspruchen oder zulasten des Fussverkehrs gehen und seien deshalb für Löhningen weniger geeignet.

«Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmenden berücksichtigen»

Der Verband betont, dass ihm bewusst sei, dass eine Ortsdurchfahrt auf begrenztem Raum Kompromisse erfordere. Dennoch müssten die Interessen aller Verkehrsteilnehmenden berücksichtigt werden.

«Wenn im neuen Projekt praktisch vollständig auf Veloinfrastruktur verzichtet wird, ist dieses Gleichgewicht aus unserer Sicht nicht gegeben», sagt Hirsiger.

Mit seiner Einsprache stellt Pro Velo die Sanierung der Ortsdurchfahrt nicht grundsätzlich infrage. Der Verband fordert vielmehr, dass die angekündigten Verbesserungen für Veloverkehr, Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität im Projekt nachvollziehbar ausgewiesen und begründet werden. Diesen Nachweis bleibe die aktuelle Planung schuldig.

Nathalie Stauber, Schaffhausen24
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