Wie Unternehmen bei ChatGPT sichtbar werden wollen
Jahrelang lief es für Unternehmen nach demselben Muster: Wer im Netz gefunden werden wollte, richtete seine Website so ein, dass Suchmaschinen sie möglichst weit oben anzeigen. Aus dieser Suchmaschinenoptimierung (SEO) wurde ein eigenes Berufsfeld mit Agenturen, Werkzeugen und Fachkonferenzen. Dazu kommt die bezahlte Sichtbarkeit: Über Werbeprogramme wie Google Ads lassen sich Anzeigen über den organischen Treffern platzieren, für die Suchmaschinenbetreiber eine lukrative Einnahmequelle.
Nun verschiebt sich das Verhalten. Immer häufiger tippen Menschen ihre Frage direkt in ein KI-Chatbot wie ChatGPT, Claude oder Gemini. Zurück kommt keine Liste von Links, sondern eine fertige Antwort, in der spezifisch Firmen genannt werden. Wer darin nicht auftaucht, ist für diese Nutzerinnen und Nutzer nicht vorhanden.
Ein neues Kürzel macht die Runde
In der Branche heisst das Generative Engine Optimization, kurz GEO. Das Ziel hat sich verschoben: Nicht mehr die Platzierung in der Trefferliste zählt, sondern die Erwähnung in der Antwort selbst. Welche Faktoren dabei den Ausschlag geben, ist weit weniger erforscht als bei klassischem SEO.
Auf dieses Feld zielt die Cohaga AG aus St. Gallen. Sie hat mit «ranQ» eine Plattform lanciert, die Unternehmen zeigen soll, wie oft sie in KI-generierten Antworten erkannt, zitiert und empfohlen werden. Nach eigenen Angaben handelt es sich um das weltweit erste Firmenverzeichnis dieser Art.
Offene Fragen
Ob sich GEO tatsächlich als eigenes Berufsfeld etabliert, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Offen ist auch, wie die KI-Anbieter selbst mit dem Thema umgehen. Sollten sie dereinst bezahlte Platzierungen einführen, wie es Google mit seinen Anzeigen seit Jahren tut, würde sich die Ausgangslage für Unternehmen erneut verändern. Für kleine Betriebe in der Region, die davon leben, gefunden zu werden, dürfte die Frage in jedem Fall an Bedeutung gewinnen.