Extreme Trockenheit überschattet den Nationalfeiertag
Ein besonders sichtbares Zeichen der Trockenheit zeigt sich derzeit am Bodensee. Im Hafen von Mannenbach-Salenstein am Untersee sind zahlreiche Boote aufgrund des historisch tiefen Wasserstands auf Grund gelaufen. Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten machten dort mit einem Banner mit der Aufschrift «Kein Grund zum Feiern. Klimaschutz jetzt!» auf die Folgen der Klimakrise aufmerksam.
«Trotz 1. August ist uns nicht zum Feiern zumute», sagt Lukas Bühler, Energie- und Klimaexperte bei Greenpeace Schweiz. Die Auswirkungen des Klimawandels seien in der Schweiz immer deutlicher sichtbar und spürbar. Deshalb müsse die Politik die Klimakrise als Notlage anerkennen und entsprechend handeln. Greenpeace fordert unter anderem ein Sofortprogramm in Höhe von 100 Millionen Franken, um die Bevölkerung und die Umwelt vor zunehmender Hitze zu schützen.
Laut der Umweltorganisation reichen langfristige Klimaziele allein nicht mehr aus. Anstatt über eine Rückkehr zur Atomenergie zu diskutieren, sollte die Schweiz den Ausbau erneuerbarer Energien konsequent vorantreiben und ihre Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas verringern. Gleichzeitig sind rasch umsetzbare Anpassungsmassnahmen erforderlich. Dazu zählen besser gedämmte Gebäude, klimatisierte Schulen und Pflegeeinrichtungen, mehr Grünflächen in Städten, öffentliche Abkühlungsorte sowie die Entsiegelung von Böden.
Greenpeace verweist dabei auf die Klimaszenarien für die Schweiz. Demnach werden die Sommer künftig trockener und niederschlagsfreie Perioden werden länger andauern. In Kombination mit steigenden Temperaturen und stärkerer Verdunstung trocknen Böden zunehmend aus. Dies belastet Tiere und Pflanzen, erhöht die Waldbrandgefahr und verstärkt die Hitze zusätzlich, da ausgetrocknete Vegetation ihre kühlende Wirkung verliert. Gleichzeitig beschleunigt der Rückgang von Schnee und Gletschern die Erwärmung im Alpenraum.
«Der Sommer 2026 wird keine Ausnahme bleiben», sagt Bühler. Die Schweiz sei von der Klimaerwärmung besonders stark betroffen. Dies müsse für den Bundesrat und das Parlament Anlass sein, den Klimaschutz deutlich entschlossener voranzutreiben.