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Gesellschaft
22.07.2026

Ein guter Boden für die Olympiateilnahme

Thomas Häsler blickt auf die Geschichte des Pferdesports im Kanton Schaffhausen zurück.
Thomas Häsler blickt auf die Geschichte des Pferdesports im Kanton Schaffhausen zurück. Bild: Sandro Zoller, Schaffhausen24
Thomas Häsler schreibt in seiner Kolumne über Schaffhauser Reiterfamilien, deren Namen weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt wurden. Von Olympia-Medaillen bis zur Nachwuchsförderung: Hinter den Erfolgen stehen Generationen voller Pferdeleidenschaft.

Es gibt einige Schaffhauser Reiterfamilien, die haben unseren Kanton weit in die Welt hinausgetragen. Zwei Dressurreiterinnen und ein Springreiter waren an Olympischen Spielen, noch mehr an Welt- oder Europameisterschaften. Doch wer sind diese sogenannten «Reiterfamilien»? Wir blicken etwas zurück und etwas nach vorne …

Die Schaffhauserin Marianne Gossweiler-Fankhauser startete mit ihrem Schimmel Stephan an den Olympischen Spielen in Tokyo 1964 und 1968 in Mexiko und holte je eine Silber- und Bronzemedaille in der Mannschaftswertung. Ihr Vater Heinrich Gossweiler führte eine Pferdehandlung an der Hochstrasse 23 in Schaffhausen. Heinrich Gossweiler lieferte damals die dringend benötigten Wagenpferde für die Landwirtschaft und später edle Reitpferde für die Kundschaft. Die Eltern förderten ihre junge Tochter und organisierten Reitstunden mit erfahrenen Ausbildnern und dies war die Basis für den Erfolg. Nach der Olympiade in Mexiko war Stephan 18 Jahre alt und Marianne Gossweiler heiratete den Ruderer Urs Fankhauser. Sie hörte relativ früh mit dem Spitzensport auf.

Aus einer anderen Familie kommt der Springreiter Beat Mändli, welcher im Jahr 2000 an den Olympischen Spielen mit dem Springreiterteam die Silbermedaille holte. Beat Mändlis Vater war Albert Mändli aus dem Nohl bei Neuhausen. Er war Dragoner der Schweizer Armee und baute aus kleinen Anfängen eine Reitschule mit Pferdehandel auf. Alle seine Kinder: Albert Mändli Junior, Markus Mändli, Marianne Mändli und Beat Mändli waren «Rösseler» oder sind es geblieben. Albert Mändli junior blieb erfolgreicher Amateurreiter und beruflich mit der Reiterei verbunden, Markus Mändli war Schweizer Meister im Springreiten und erfolgreicher Trainer wie auch Schwester Marianne. Die Mändli Dynastie wird heute weitergeführt durch Beat Mändli, selber aktiv im Sattel und Trainer von Katie Dinan in den USA. Melanie Mändli, Tochter von Markus Mändli, führt einen eigenen Betrieb im Raum Bülach. Die jüngste Schaffhauser Reiterin ist in Dörflingen auf einem Bauernhof aufgewachsen, nämlich Andrina Suter. Sie nahm als einzige Schweizer Dressurreiterin mit dem Pferd Fibonacci an den Olympischen Spielen in Paris im Juli/August 2024 teil. Andrina Suter, gefördert von ihren Eltern, wollte auch reiten und startete als junges Mädchen bereits mit Ponies an Dressur und Springprüfungen. Sie arbeitete sich kontinuierlich hinauf an die nationale Spitze mit vielen Erfolgen, in letzter Zeit auch mit vielversprechenden jungen Pferden. Im Pferdesport gilt natürlich insbesonders: was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Die Förderung durch das Elternhaus macht es aus, aber nur wenn man selber auch will und gewillt ist, Opfer zu bringen.

Schaffhausen24, Thomas Häsler
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