Ein Zeltdorf voller Abenteuer
Die Idee entstand vor vier Jahren im Bundeslager. Das Organisationskomitee arbeitete zwei Jahre lang, um diesen besonderen Spirit nach Schaffhausen zu holen. Neben 150 festen Helfenden stiessen spontan doppelt so viele Freiwillige dazu, um beim Aufbau des riesigen Lagers anzupacken. Das Gesamtbudget für das Grossereignis beträgt 220'000 Franken. «Die Motivation hat uns durch die Planungsphase getragen. Dass wir jetzt so viele spontane Unterstützer hier vor Ort haben, ist überwältigend», sagt die Medienverantwortliche des Kantonallagers, Nicole «Aiwe» Silvestri.
Massgeschneidert und sicher
Das Programm ist gestaffelt: Die Pfadistufe bleibt zwei Wochen, die Wölfe eine Woche und die Biber kommen für einen Tag. «Zwei Wochen wären für die ganz kleinen Kinder schlicht zu viel gewesen», erklärt Silvestri. Der Griesbach bietet mit festen Gebäuden für Evakuationen, einer nahen Küche und Kanalisation ideale Bedingungen. Geduscht wird in der Turnhalle auf der Breite. Die Sicherheit ist rund um die Uhr gewährleistet: Ein Sicherheitshelfer am Infopoint mit Notfalltelefon und die Sanität sind per Funk permanent vernetzt. Drei Gastabteilungen aus Jenaz GR, Schiers GR und Andelfingen ZH bereichern das Lager. Die Verbindungen entstanden durch gemeinsame Leitendenkurse und Lager, aus denen sich auch Pfadifreundschaften entwickelten. Dass der Pfadigeist stark ist, zeigte sich beim Aufbau, als ein Sturm das Festzelt zerzauste und in die Hauptbühne wehte. Dank spontaner Hilfe steht wieder alles. «Es ist zum Glück nichts Schlimmes passiert», so Silvestri.
Ein eigenes kleines Dorf
Das OK stellt die Rahmengeschichte und einen Sondertag auf die Beine. Den Rest sowie die Nachtaktivitäten organisieren die Abteilungen selbst. «Das Organisationskomitee koordiniert dabei, dass sich die Abteilungen nicht in die Quere kommen und das auch auf die Natur und die Umwelt geachtet wird», betont Silvestri. Auf dem Platz ist ein lebendiges Dorf entstanden. Über 50 Freiwillige bauten pro Tag Attraktionen wie eine Burg, eine Pinte, ein Piratenschiff und eine Waldbar auf. Jede Abteilung kocht selbst und hat einen eigenen Zeltplatz, während die älteren Pios einen gemeinsamen Bereich nutzen. Viele reisten umweltbewusst mit dem Fahrrad an. Das Lager auf dem Griesbach beweist eindrücklich, wie lebendig die Pfadibewegung in Schaffhausen verankert ist und wie über soziale Schichten und Berufsgruppen hinweg ein gemeinsames Werk entstehen kann.