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Umwelt
18.07.2026
18.07.2026 08:19 Uhr

Hitze setzt den Fischen im Rhein zu

Die Fische können bereits ab Temperaturen von 25 Grad sterben.
Die Fische können bereits ab Temperaturen von 25 Grad sterben. Bild: pixabay
Die hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit belasten die Fischbestände im Rhein und in den Schaffhauser Gewässern. Schaffhausen24 hat bei Samuel Gründler, Präsident des Fischereivereins Schaffhausen (FVS), sowie bei Patrick Wasem, Ressortleiter Jagdverwaltung und kantonaler Fischereiaufseher, nachgefragt, wie ernst die Lage ist.

Im Rhein werden derzeit Wassertemperaturen zwischen 24 und 26 Grad gemessen. In den Bächen liegen sie je nach Gewässer zwischen 16 und 22 Grad. Während wärmeliebende Fischarten diese Temperaturen noch gut vertragen, geraten kälteliebende Arten zunehmend unter Druck.

Äschen und Forellen besonders betroffen

Vor allem Äschen und Forellen leiden unter den hohen Wassertemperaturen. Für diese Arten wird es laut Patrick Wasem ab etwa 25 Grad kritisch. Andere Fischarten seien deutlich robuster und vertrügen wärmeres Wasser besser.

Auch Samuel Gründler beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Die Kombination aus hohen Wassertemperaturen und tiefen Wasserständen sei eine Folge mehrerer trockener und heisser Sommer. Bislang seien zwar nur vereinzelt tote Fische festgestellt worden, ein grösseres Fischsterben habe es im Rhein jedoch noch nicht gegeben.

Das liege laut Gründler allerdings auch daran, dass die Bestände bereits stark zurückgegangen seien. «Der Äschenbestand dürfte mittlerweile so gering sein, dass ein Fischsterben wie 2003 oder 2018 gar nicht mehr möglich ist, es fehlen die Fische.»

Kleine Bäche trocknen aus

Besonders problematisch ist die Situation in kleineren Gewässern. Laut Patrick Wasem überwacht der Kanton die Gewässer während der Sommermonate intensiv. Fangverbote oder andere Einschränkungen seien derzeit zwar nicht nötig, allerdings mussten bereits mehrere kleine Bäche abgefischt werden, weil sie auszutrocknen drohten. Die Fische wurden in geeignetere Gewässer umgesiedelt.

Sollte die Trockenheit anhalten, dürfte dies nicht die letzte Rettungsaktion gewesen sein. «Dann werden wir vermutlich noch weitere Bäche im Kanton Schaffhausen abfischen müssen», erklärt Wasem.

Wels profitiert von der Hitze

Während heimische Kaltwasserfische unter den Bedingungen leiden, breitet sich der Wels weiter aus. Seit 2018 habe der Raubfisch laut Gründler stark zugenommen. Immer häufiger würden Tiere mit einer Länge von bis zu 1,5 Metern beobachtet, vereinzelt sogar Exemplare von über zwei Metern.

Besonders problematisch sei, dass der Wels auch in den kühleren Rückzugsgebieten jage, in die sich geschwächte Fische zurückziehen. Dadurch steige der Druck auf bedrohte Arten zusätzlich.

Nur Regen bringt Entlastung

Die angekündigten etwas tieferen Temperaturen dürften die Situation nach Einschätzung des Kantons nur kurzfristig entspannen. Für eine nachhaltige Verbesserung brauche es lang anhaltende Niederschläge über mehrere Tage.

Auch Gründler sieht die Entwicklung kritisch. Sollten die Wasserstände weiter sinken und die Hitze zurückkehren, könne es erstmals auch zu grösseren Verlusten bei weniger empfindlichen Fischarten kommen.

Rücksicht auf die Natur nehmen

Der Fischereiverein appelliert an die Bevölkerung, die Fische nicht zusätzlich zu belasten. Kleine Bäche sollten möglichst gemieden werden. Die Tiere ziehen sich bei Niedrigwasser in die wenigen tiefen Bereiche zurück. Baden, Planschen oder Hunde im Wasser spielen zu lassen, bedeute zusätzlichen Stress.

Auch am Rhein sollten die markierten Kaltwasserzonen bei Bacheinläufen grossräumig umgangen werden. Dort suchen viele Fische Schutz vor der Hitze. «Je weniger Tumult und Bootsverkehr auf dem Rhein herrscht, desto besser wäre dies für die Fische», sagt Gründler.

Die Hoffnung ruht nun auf ergiebigen Regenfällen. Bleiben diese aus, dürften die kommenden Wochen für die Fischbestände im Kanton Schaffhausen eine weitere Belastungsprobe werden.

Nathalie Stauber, Schaffhausen24
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