Ab heute ist die Inlandproduktion aufgebraucht
Nach Angaben des Verbands liegt der Bruttoselbstversorgungsgrad der Schweiz derzeit bei rund 50 Prozent. Dieser Wert sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken, weshalb der Food Overshoot Day immer früher im Jahr erreicht werde.
Vergleich mit dem Ausland
Der Bauernverband verweist darauf, dass andere Länder höhere Selbstversorgungsgrade aufweisen. Deutschland könne seinen Lebensmittelbedarf zu rund 88 Prozent aus eigener Produktion decken, während Frankreich nach Angaben des Verbands genügend Lebensmittel produziere, um den Eigenbedarf vollständig abzudecken.
Forderung nach stärkerer Inlandproduktion
Der Bauernverband sieht die zunehmende Abhängigkeit von Lebensmittelimporten kritisch. Er argumentiert, dass mit importierten Lebensmitteln auch Umweltbelastungen ins Ausland verlagert würden. Dabei verweist er auf Angaben des Bundesamts für Umwelt, wonach mehr als zwei Drittel des konsumbedingten ökologischen Fussabdrucks der Schweiz im Ausland entstehen.
Vor diesem Hintergrund fordert der Verband, die inländische Lebensmittelproduktion im Rahmen der Agrarpolitik 2030 gezielt zu stärken. Eine leistungsfähige Schweizer Landwirtschaft sowie der Erhalt der landwirtschaftlichen Produktionsflächen seien aus seiner Sicht wichtig für die Ernährungssicherheit und den Ressourcen- sowie Umweltschutz.
Bauernverband lehnt Ernährungsinitiative ab
Der Schweizer Bauernverband spricht sich gegen die Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung» aus, über die am 27. September abgestimmt wird. Die Initiative verlangt unter anderem, den Selbstversorgungsgrad der Schweiz auf mindestens 70 Prozent zu erhöhen.
Nach Ansicht des Verbands sei dieses Ziel mit einer stärkeren Ausrichtung auf pflanzliche Lebensmittel nicht sinnvoll. Er verweist darauf, dass rund 70 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der Schweiz hauptsächlich als Grasland genutzt werden könne und deshalb auf Wiederkäuer wie Kühe, Schafe oder Ziegen angewiesen sei. Zudem bildeten Tierhaltung und Pflanzenbau aus Sicht des Verbands ein zusammenhängendes System, da Nutztiere Dünger für den Pflanzenbau lieferten.
Der Bauernverband argumentiert weiter, dass eine deutliche Erhöhung des Selbstversorgungsgrades auch Veränderungen im Konsumverhalten voraussetzen würde. Stattdessen fordert er, den Absatz von Schweizer Lebensmitteln – sowohl pflanzlichen als auch tierischen Ursprungs – zu stärken und die Wertschöpfung in der Landwirtschaft im Rahmen der Agrarpolitik 2030 zu verbessern.