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Gesellschaft
01.07.2026

Mein Wille geschehe: Familienstreit vermeiden

Kathleen Leu schreibt regelmässig Ratgeberkolumnen für den «Bock».
Kathleen Leu schreibt regelmässig Ratgeberkolumnen für den «Bock». Bild: zVg.
Kathleen Leu schreibt über Erben und Vererben und zeigt auf, wie Transparenz und offene Kommunikation helfen können, Konflikte in Familien zu vermeiden.

Dieses Jahr feiern wir unser 10-jähriges Jubiläum. Tatsächlich beraten wir gemeinsam jedoch bereits seit über 50 Jahren zum Thema Erben und Vererben. Unser oberstes Ziel ist es stets, Streit zu vermeiden und Probleme frühzeitig zu lösen. Trotzdem erleben wir immer wieder Konflikte zwischen Erben. Dabei stellen wir fest, dass diese selten erst mit dem Todesfall beginnen, sondern oft bereits Jahre zuvor entstehen. Doch wie lassen sich solche Konflikte vermeiden? Die Antwort ist im Grundsatz einfach: Transparenz.
Werden Kinder zu Lebzeiten finanziell unterstützt oder erhalten sie Schenkungen, sollte dies innerhalb der Familie offen kommuniziert werden. Heimliche Zuwendungen oder unklare Abmachungen führen später häufig zu Misstrauen, Enttäuschung und Streit. Deshalb empfiehlt es sich, grössere finanzielle Unterstützungen mit allen Beteiligten zu besprechen und die Zustimmung der Geschwister zu den vereinbarten Werten schriftlich festzuhalten.
Auch nach einem Todesfall ist Offenheit entscheidend. Erben sollten einander gegenüber mit offenen Karten spielen und sämtliche Informationen zu Vermögenswerten, Konten oder bereits erfolgten Schenkungen transparent darlegen. Je klarer die Ausgangslage ist, desto geringer ist das Risiko, dass Konflikte eskalieren
und gar vor Gericht ausgetragen werden müssen.
Ebenso wichtig ist der frühzeitige Beizug von Fachpersonen. Professionelle Beratung hilft dabei, faire und rechtssichere Lösungen zu finden. Gerade bei Schenkungen, Erbvorbezügen oder komplexeren Familienverhältnissen können schriftliche Vereinbarungen oder ein Erbvertrag spätere Unsicherheiten vermeiden.
Ein offenes Gespräch zu Lebzeiten mag manchmal unangenehm erscheinen. Langfristig schafft Transparenz jedoch Vertrauen – und trägt wesentlich dazu bei, den Familienfrieden auch über Generationen hinweg zu bewahren.

Schaffhausen24, Originalmeldung Heresta, Kathleen Leu
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