Bestmögliche Nachwuchsförderung
«Die Wirkung der Kadetten Schaffhausen ist durchwegs positiv und wichtig für junge Menschen. Handball ist ein eher harter Sport. Fairness wird jedoch grossgeschrieben. Handballer schauspielern nicht, sie behandeln Mitspieler und Gegner fair. Dasselbe gilt für Zuschauer. Wichtig ist, dass die Profis Vorbilder sind», sagt Severin Brüngger, Ständerat und Vereinspräsident Jugend- und Breitensport, Kadetten Schaffhausen, im Interview mit dem «Bock». Grundsätzlich sei Sport für Jugendliche sehr wichtig. Damit würden Werte vermittelt, welche ein Leben lang Gültigkeit behalten. Teamgeist, Solidarität mit Schwächeren, Disziplin, zusammen gewinnen und verlieren seien Dinge, die vorgelebt werden und gelernt sein müssen. Die Trainerinnen und Trainer des Jugend- und Breitensport, der Kadetten Schaffhausen, legen gemäss Brüngger stets ein Augenmerk darauf.
Spielerisch herantasten
Ein Einstieg bei den Kadetten ist bereits ab einem Alter von drei bis vier Jahren in der U5 möglich. In dieser ersten Trainingsgruppe steht am Mittwochnachmittag eine polysportive Bewegungslandschaft im Mittelpunkt, bei der die Kinder spielerisch ihre motorischen Fähigkeiten entwickeln. Darauf folgen die ballorientierteren Trainingsgruppen der U7, in denen die Kinder erste Erfahrungen an Softhandball-Turnieren sammeln. In den Altersstufen U9 und U11 wird anschliessend Minihandball gespielt. «Auf dieser Stufe steht die technische Ausbildung in Angriff und Abwehr im Fokus», erklärt Brüngger. Gleichzeitig werden auf dem Grossfeld die grundlegenden Prinzipien des Angriffs- und Abwehrspiels vermittelt und ein vertieftes Spielverständnis aufgebaut.
Für ambitionierte junge Menschen
Die Kadetten richten sich mit dem U12-Stützpunkttraining an talentierte und besonders motivierte Spielerinnen und Spieler aus der gesamten Region, die zusätzlich zu ihrem Vereinstraining einen höheren Trainingsumfang wünschen. Dabei stehen Aufmerksamkeit, ein hohes Trainingstempo sowie grösste Präzision in der Ausführung sämtlicher Bewegungen und Techniken im Zentrum der Arbeit der erfahrenen Trainer.
Die U13- und U15-Teams gehören dem Elitebereich an. Für eine langfristige Entwicklung im Leistungssport sind aus Sicht der Kadetten drei Faktoren von zentraler Bedeutung, berichtet Brüngger: «Der wichtigste Faktor ist die Bereitschaft, viel und intensiv zu trainieren. Eltern, Schule und weitere Bezugspersonen müssen zudem den zusätzlichen zeitlichen und organisatorischen Aufwand mittragen können. Schliesslich spielen ebenfalls die sportlichen Voraussetzungen eine Rolle, sowohl hinsichtlich der technischen und athletischen Fähigkeiten als auch der körperlichen Belastbarkeit.» Spätentwickler sollen ebenfalls Möglichkeiten erhalten, zu einem anderen Zeitpunkt zum Hochleistungssport aufschliessen zu können. In dieser Entwicklungsphase finden sie in den Promotionsteams ihrer Altersstufe rasch ein passendes Umfeld.
Die U17- und U19-Teams bilden die letzte Ausbildungsstufe vor dem Übertritt in den Aktivbereich. Hier rücken neben der technischen Weiterentwicklung hauptsächlich die taktischen Anforderungen im Angriffs- und Abwehrspiel stärker in den Vordergrund. «Gleichzeitig arbeiten die Spieler gezielt an ihren individuellen Stärken, um ihr persönliches Profil weiter zu schärfen», führt der Vereinspräsident weiter aus. Dank der bereits erlernten Grundlagen können Training und Wettkampf auf einem sehr hohen Niveau stattfinden, wobei sich die Spieler gezielt für höhere Aufgaben empfehlen können.
Professionelle Arbeit zahlt sich aus
Die Saison 2024/25 war aus sportlicher Sicht aussergewöhnlich erfolgreich. Gleich drei Juniorenteams konnten einen Podestplatz erreichen, was die hohe Qualität ihrer Nachwuchsarbeit unterstreiche. Als Krönung hätten sie sich natürlich einen Schweizer Meistertitel gewünscht. «Auch in der Saison 2025/26 konnten wir erfreuliche Resultate erzielen. Besonders hervorzuheben ist der Schweizer Vizemeistertitel der U15 Elite», berichtet Severin Brüngger zufrieden. Die übrigen Teams würden sich im soliden Mittelfeld ihrer jeweiligen Ligen bewegen. Mit einzelnen Resultaten seien sie jedoch nicht vollständig zufrieden, da ihre Ansprüche, insbesondere in der U17 und U19, höher sind. «In diesen Altersstufen wollen wir uns sportlich weiterentwickeln und künftig wieder vermehrt um Spitzenplätze spielen.» Dabei wollen die Kadetten ihr wichtigstes Ziel weiter fest im Blick haben – die bestmögliche Ausbildung ihrer Spieler auf dem Weg in den Aktivbereich.
Strukturen stets weiterentwickeln
Ein «Geheimrezept» gäbe es nicht. Vielmehr sei der Erfolg das Resultat einer langfristigen und konsequenten Nachwuchsarbeit. «Mit der Suisse Handball Academy verfügen wir über ein Ausbildungsgefäss auf Spitzenniveau, in dem die Spieler technisch, taktisch und athletisch optimal gefördert werden. Die Herausforderung besteht anschliessend darin, diese individuellen Qualitäten in funktionierende Teamstrukturen einzubinden», erklärt Brüngger.
Um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben, müssten sie ihre Strukturen laufend hinterfragen und selbstverständlich weiterentwickeln. «Im Nachwuchsleistungssport gibt es keinen Stillstand, und was heute erfolgreich ist, reicht morgen möglicherweise nicht mehr aus.» Genau deshalb sei in den kommenden Jahren der Aufbau noch leistungsfreundlicherer Ausbildungsgefässe in Schaffhausen von zentraler Bedeutung.
Das Ziel sehe so aus, dass Sport und Ausbildung jeweils perfekt aufeinander abgestimmt sind, damit talentierte Nachwuchsspieler ihr Potenzial ausschöpfen können. Es dürfe nicht sein, dass in der schulischen und beruflichen Ausbildung Kompromisse eingegangen werden müssen. In diesem Bereich hätten andere Regionen und teilweise auch andere Länder noch Vorteile. Hier möchten die Kadetten aufholen und gemeinsam mit ihren Partnern Lösungen erarbeiten, die den Anforderungen des modernen Leistungssports Genüge tragen, hält Brüngger abschliessend fest: «Wenn uns das gelingt, werden wir auch künftig in der Lage sein, Talente in Schaffhausen auszubilden und auf höchstem Niveau weiterzuentwickeln.