Bock-Splitter: Richard Altorfer
Kari, völlig von Sinnen (behauptend, das komme von den irren Diskussionen um die 10-Millionen-Initiative – kann ja sein): «Wenn zwei Elefanten über die Wüste fliegen, wieviele Eier liegen dann im Nest? Antwort: Gar keine, denn ein Joghurt hat keine Gräten.»
Wenn Sie Onkel Hugo ärgern wollen, müssen Sie ihm raten, er solle nicht dauernd klönen über die Politik, über seine Gelenke, über die Diät, die er einhalten soll, darüber dass ihm der Doktor geraten habe, auf Alkohol zu verzichten, dass es beim Brünzeln nicht mehr rausche wie früher und dergleichen Wehwehchen, sondern sich auf das konzentrieren, was alles noch klappt. Nein, Hugo hat genug von diesem «Think-positive»-Gesülze. Er WILL jammern und schimpfen. Älterwerden sei sowas von Mist. Der Rücken schmerze, er vergesse dauernd Namen, die Füsse seien geschwollen und er sollte seinen Hallux-valgus operieren, weil er kaum mehr gehen könne. Und irgendwann erwische ihn sowieso der Krebs oder ein Herzinfarkt oder der Herr Alzheimer. Nein, er habe keine Lust, sich über übriggebliebene Fertigkeiten und ein paar schmerzfreie Stellen an seinem Körper zu freuen. Er werde eine Jammergruppe gründen, einen Klön-Kreis, am besten mit einem bedeutsam klingenden englischen Namen. «Grumbling circle» zum Beispiel. Philosophie: Altwerden ist Scheisse und wir stehen dazu – neudeutsch etwa: «Getting old sucks!» Klagen muss endlich erlaubt sein. Er denkt an Podcasts, Reels und wöchentliche Meetings bei Wein, Whisky und Carmol à discretion. Püriertem Château Briand, Flachwitzen und alten Schlagerfetzen. Bösen Anekdoten über Ärzte und Pflegeheime und jährlich einen Besuch auf einem Friedhof oder in Filmen mit Gene Hackman oder Bruce Willis. Hugo erst mal in Fahrt, ist erbarmungslos.
Es gibt Leute, die rennen am Morgen oder nachmittags, sogar abends durch den Wald, über den Vita-Parcours oder auf der Fitnessbahn. Ein Nachbar warnt seine Freunde eindringlich: Wenn ihr mich irgendwann mal rennen sehen solltet … – rennt unbedingt mit. Ich renne nicht ohne Grund!
Gute Frage: Was für eine Farbe hat das Corona-Virus? Gute Zusatzfrage: Warum ist die Frage so schwer zu beantworten?
Kann man seit 20 Jahren warnen: «Siamo troppi!» und dennoch dafür sein, dass die Schweiz bald mehr als 10 Millionen Einwohner zählt? Kann man, muss man aber nicht. Ist unlogisch. Andererseits: Was hat Logik damit zu tun?
Fast täglich sterben Tierarten aus. Schlimm? Na ja, schon, wenn es sich um seltene schöne Vögel oder putzige Lemuren handelt. Aber warum sterben eigentlich nie Viecher aus, denen niemand nachtrauert? Milben zum Beispiel. Oder Eichenprozessionsspinner. Oder wenigstens Stechmücken, die Viruskrankheiten übertragen? Das wäre eine gute Nachricht: Verschwunden von der Roten Liste, weil ausgestorben: die Zecken!
Alte Wildwest-Weisheit: Nicht die Goldgräber verdienen am meisten, sondern die Verkäufer von Schaufeln.