Home Region Sport Schweiz/Ausland Magazin Agenda
Rafzerfeld
11.05.2026
20.05.2026 10:31 Uhr

In die Jugend und Region investieren

Daniel Morf ist Projektleiter für die neue Sportanlage Hüntwangen.
Daniel Morf ist Projektleiter für die neue Sportanlage Hüntwangen. Bild: zVg.
Der Projektleiter der geplanten Sportanlage Hüntwangen, Daniel Morf, ist guter Dinge. Er hofft, ihre Basis in den Gemeinden für die Abstimmungen Mitte Juni mobilisieren zu können.

Mit Unterbrüchen ist Daniel Morf seit rund 20 Jahren als Trainer im Kinder- und Juniorenbereich beim FC Rafzerfeld tätig und hat vor drei Jahren die Aufgabe als Projektleiter für die neue Sportanlage Hüntwangen übernommen. In dieser Zeit durfte er die Entwicklung des Vereins, und insbesondere das starke Wachstum im Nachwuchs- und Mädchenbereich, aus nächster Nähe miterleben.

«Bock»: Wo lagen beim Aufgleisen des Projekts die Schwierigkeiten?
Daniel Morf: Die grösste Herausforderung war die Ausgangslage selbst: Die Infrastruktur in Hüntwangen stammt grösstenteils aus dem Jahr 1994. Seit dem Bau des Klubhauses wurden kaum grössere Sanierungen oder Investitionen vorgenommen, während der Verein gleichzeitig stark gewachsen ist, insbesondere im Mädchen- und Frauenfussball. Heute stossen wir mit rund 450 aktiven Mitgliedern klar an die Kapazitätsgrenzen. Gleichzeitig ist der FC Rafzerfeld ein regionaler Verein mit fünf Trägergemeinden. Das macht die Abstimmung und Koordination naturgemäss anspruchsvoll. Hinzu kommt, dass die Sportanlage in Hüntwangen im Baurecht eigenständig durch den Verein betrieben wird. Die Infrastruktur gehört damit faktisch dem Verein und nicht den Gemeinden. Der FC Rafzerfeld hat den Unterhalt und die Weiterentwicklung der Anlage während Jahrzehnten weitgehend selbst getragen. Trotzdem haben wir das gesamte Projekt, von der Bedarfsanalyse über die Planung bis zur Baureife, eigenständig und ohne direkte Unterstützung der Gemeinden erarbeitet. Das war ein enormer Aufwand, zeigt aber auch, wie wichtig dieses Projekt für den Verein und die Region ist.

Weshalb ist dieses Generationenprojekt so wichtig für den Sport und die Region?
Morf: Der FC Rafzerfeld ist heute einer der grössten Vereine im Rafzerfeld und leistet mit rund 350 Kindern und Jugendlichen einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchs- und Jugendförderung. Der Verein ermöglicht einen einfachen und kostengünstigen Zugang zum Sport – unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund. Die neue Sportanlage ist deshalb weit mehr als ein Fussballprojekt. Sie schafft Raum für Bewegung, Gesundheit, Integration und Gemeinschaft. Davon profitieren nicht nur unsere Fussballteams, sondern auch andere Vereine wie beispielsweise die Rafz Bulldogs im Flag Football. Gleichzeitig werden Hallenkapazitäten entlastet, was wiederum anderen Sportvereinen zugutekommt. Kurz gesagt, die neue Sportanlage ist eine Investition in die Jugend und in die Lebensqualität der gesamten Region.

Die Gemeinden wollten im Vorfeld nicht wirklich mitziehen. Deshalb gehen Sie den Weg über die Abstimmung. Wie sehen Sie aktuell für die fünf Gemeinden die Erfolgschance auf ein Ja?
Morf: Wir sehen die Chancen auf eine Annahme durchaus als realistisch an. Entscheidend wird sein, ob es uns gelingt, unsere breite Basis in den Gemeinden zu mobilisieren und der Bevölkerung die Bedeutung des Projekts verständlich aufzuzeigen. Wir spüren aktuell sehr viel Zuspruch aus der Bevölkerung, von Vereinen, von Eltern und auch aus dem lokalen Gewerbe. Besonders freut uns, dass sowohl der Gewerbeverein Rafzerfeld als auch der Gewerbeverein Eglisau unser Projekt unterstützen. Letztlich geht es um eine Investition in die Jugend der Region. Wir sind überzeugt, dass viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger erkennen, wie wichtig eine moderne und funktionierende Sportinfrastruktur für das Rafzerfeld ist.

Was würden Sie Wählerinnen und Wählern sagen, welche noch unschlüssig sind oder gar ein Nein abgeben wollen?
Morf: Der Bedarf für eine neue Sportanlage mit Kunstrasen ist unbestritten und wird grundsätzlich auch von den Gemeinden anerkannt. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht ob, sondern wann und wie wir dieses Problem lösen wollen. Ein Nein würde die bestehenden Probleme nicht lösen, sondern lediglich weiter verschärfen. Die Infrastruktur bleibt ungenügend, Trainings fallen weiterhin aus und Wartelisten wachsen weiter. Ein Ja hingegen gibt uns den Auftrag, das Projekt konkret umzusetzen und gemeinsam mit den Gemeinden eine langfristig tragfähige Lösung für die Zukunft der Sportanlage zu finden. Und letztlich würde ich unschlüssige Stimmbürger fragen: Welche Investition ist nachhaltiger als jene in unsere Kinder und Jugendlichen? Sport fördert Gesundheit, Integration, soziale Werte und Gemeinschaft. Davon profitiert die ganze Region.

Sandro Zoller, Schaffhausen24
Demnächst