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Sport
29.11.2025

Unglaubliche Leistung: Vonlanthen schafft Triple

Fabienne Vonlanthen hat dieses Jahr das Unmögliche möglich gemacht.
Fabienne Vonlanthen hat dieses Jahr das Unmögliche möglich gemacht. Bild: zVg.
Fabienne Vonlanthen schrieb dieses Jahr Sportgeschichte. Als erste Schweizer Langstreckenläuferin holte sie in derselben Saison an drei nationalen Wettkämpfen Gold.

«Bock»: Hättest du vor fünf Jahren gedacht, dass du einmal ganz oben mitmachst?
Fabienne Vonlanthen: Ja und Nein. Ich habe immer daran geglaubt, dass man mit viel Arbeit und Disziplin viel erreichen kann. Dass das Jahr 2025 aber so gut laufen würde, hätte ich mir aber niemals vorstellen können. Neben den Schweizermeistertiteln konnte ich meine Laufzeiten stark verbessern und kann nun so auch international vorne mitmischen. Auch wenn es immer wieder kritische Stimmen oder negative Kommentare gab, habe ich gelernt, sie auszublenden und meinen eigenen Weg weiterzugehen. In den letzten Jahren habe ich unglaublich viel investiert, hart gearbeitet und auf vieles verzichtet. Jetzt zu sehen, wie sich all das auszahlt, macht mich einfach unglaublich glücklich und stolz.

Du hast dieses Jahr ein Triple geschafft. Ist damit dein Traum in Erfüllung gegangen?
Fabienne: Es ist ein unglaubliches Gefühl, dieses Triple geschafft zu haben, etwas erreicht zu haben, was vor mir noch niemandem gelungen ist. Ein Traum ist damit definitiv schon in Erfüllung gegangen. Gleichzeitig macht es auch hungrig auf mehr. Zu sehen, dass harte Arbeit, Disziplin und Durchhaltevermögen sich auszahlen, motiviert mich, weiter an mir zu arbeiten und neue Ziele zu setzen.

Du hast schon so viel erreicht. Strebst du noch höheres an?
Fabienne: Klar, man träumt immer ein bisschen grösser, aber ich versuche realistisch zu bleiben und jeden Schritt zu geniessen. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass die Olympischen Spiele kein Traum von mir sind. Gleichzeitig möchte ich mir weiterhin Zeit lassen und mich nicht unter Druck setzen. Ich laufe erst seit fünf Jahren, und was in den letzten Jahren passiert ist, ist schon mehr, als ich je gedacht hätte. Ein grosses Ziel ist aber definitiv, die Schweiz bei internationalen Wettkämpfen im Nationaldress vertreten zu dürfen.

Was steht nächstes Jahr an? Und wie bereitest du dich darauf vor?
Fabienne: Für nächstes Jahr habe ich mir die Europameisterschaft in Birmingham fest vorgenommen und setze alles daran, die Qualifikation zu schaffen. Ab Januar reduziere ich mein Arbeitspensum auf 10 %, damit ich mich voll auf das Training konzentrieren kann und genug Zeit für Regeneration habe. Das gibt mir die Möglichkeit, flexibler an Trainingsgruppen oder Trainingslagern teilzunehmen und wirklich das Beste aus mir herauszuholen. Ich freue mich auf diese Herausforderung und darauf, zu sehen, wie weit ich mich noch entwickeln kann.

Rennen hat viel mit mentaler Stärke zu tun. Wie festigst du deinen Willen?
Fabienne: Mentale Stärke ist beim Laufen fast genauso wichtig wie körperliche Fitness, gerade auf den langen Distanzen. Ich versuche, die Herausforderung immer in kleine, greifbare Schritte zu unterteilen. Statt mich vom grossen Ziel überwältigen zu lassen, konzentriere ich mich einfach auf den nächsten Schritt. Im Wettkampf ist es vielleicht nur bis zum nächsten Verpflegungsposten. Natürlich gibt es auch Tage, an denen es mir nicht immer gleich leichtfällt, das ist ganz normal. In solchen Momenten erinnere ich mich an meine bisherigen Fortschritte, an das, was ich schon geschafft habe, und daran, was ich noch erreichen möchte und warum ich diesen Weg gehe. Diese Gedanken helfen mir, fokussiert zu bleiben und niemals aufzugeben, egal wie schwer es gerade ist.

Sandro Zoller, Schaffhausen24
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