50 Jahre Gräfler-Erfahrungen
Sie gehörte 1976 zu einem der ersten Jahrgänge, der im damals neuen Gräfler-Schulhaus zur Schule ging. Heute unterrichtet sie im gleichen Gebäude, und dies seit nu mehr als 35 Jahren. Susan Werner hat vor dem Festanlass Auskunft gegeben, wie sich die Schule in all den Jahren verändert hat und weshalb sie als Lehrerin hier gestrandet ist.
School Goes Bock: An welche besonderen Momente Ihrer eigenen Schulzeit im Gräfler erinnern Sie sich gut?
Susan Werner: Da kommt mir gleich mein erster Schultag in den Sinn. Ich kam eine Viertelstunde zu spät zum Unterricht, weil ich mich in den Gängen des Schulhauses verirrt hatte. Nun, das hat sich natürlich bis heute nicht geändert: Für Neuankömmlinge ist das verwinkelte Gebäude immer noch eine Herausforderung. In guter Erinnerung bleiben mir die Sporttage, Skilager und andere Aktivitäten. Es war eine schöne Zeit im Gräfler.
Gab es damals auch schon Projektwochen und Feierlichkeiten?
Werner: Ja, Projekte, insbesondere Theateraufführungen und Sportveranstaltungen, gab es jedes Jahr. Also lief immer etwas. Das Highlight war jedoch stets das Gräfler-Fest mit der ganzen Schule, welches alle 3 Jahre stattfand.
Was hat Sie dazu gebracht, im Gräfler zu unterrichten?
Werner: Vor meiner Gräfler-Zeit unterrichtete ich fünf Jahre an zwei anderen Schulen in der Stadt. Durch meine Lehrerfreunde, welche zu jener Zeit im Gräfler unterrichteten, kam ich dann hierher. Bereits als ich noch nicht in diesem Schulhaus arbeitete, ging ich jeweils mit ins Skilager und es war immer eine super Stimmung. Als dann eine Stelle frei wurde, entschied ich mich, hier an der Oberstufe zu unterrichten.
Hat sich das Gräfler über die Jahre viel verändert?
Werner: Das ist tatsächlich so. Es hat sich schon einiges in der Schule verändert, obschon das Gebäude unter Denkmalschutz steht und praktisch gleich aussieht wie früher. Erst mal sind viele ehemalige Lehrerkollegen und -kolleginnen pensioniert oder haben die Schule gewechselt. Die Anforderungen im Schulalltag sind sowohl für Lehrende als auch für Lernende gestiegen. Auch ist die Schülerschaft leistungsmässig unterschiedlicher geworden. Teilweise ist das Niveau der Schülerinnen und Schüler tiefer als früher und ich müsste die Projekte je nach Klasse anpassen. Früher hatte man mehr Lektionen im Textilunterricht. Heutzutage merkt man, dass manche Lernende in diesem Bereich nicht mehr so gewandt sind. Häufig kommt es auf die Interessen an, wie sehr sich die Jugendlichen auf ein Fach einlassen.
Was für ein Projekt leiten Sie in dieser Woche?
Werner: Unser Projekt heisst «ReDesign». Heutzutage werden viele Kleidungsstücke weggeworfen und deshalb dachten wir, dass wir mit diesen etwas Neues machen könnten. Wir haben Kleider gesammelt und daraus gestalten wir neue «Designer-Outfits». Diese kommen ein wenig provokativ daher, damit unsere Mode-Show beim Fest am kommenden Wochenende attraktiver wird.
Worauf freuen Sie sich am meisten bei den bevorstehenden Feierlichkeiten?
Werner: Besondere Vorfreude bereitet mir das Ehemaligen-Fest am Freitagabend, da ich bestimmt viele bekannte Gesichter wiedersehen werde. Am Samstag bin ich gespannt auf die Resultate der Projektwoche.