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Gesellschaft
08.11.2021

Krisenübung durchgeführt

Der Suchtrupp markiert den Fundort für das Bergungsteam (im Bild).
Der Suchtrupp markiert den Fundort für das Bergungsteam (im Bild). Bild: Nathalie Homberger, Schaffhausen24
Die Gefahr eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Schweiz ist riesengross. Der Ernstfall wurde vergangene Woche geübt.

Vergangene Woche führte das Veterinäramt des Kantons Schaffhausen in Zusammenarbeit mit dem Ressort Jagd und Fischerei eine Feldübung in einem Hemishofer Waldstück durch. Diese fand im Rahmen der gesamtschweizerischen Krisenübung «NOSOS» zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) statt. Bei der Tierseuche, die für Menschen ungefährlich ist, handelt es sich um eine hochansteckende Viruskrankheit, die bei infizierten Haus- und Wildschweinen fast immer zum Tod führt (der «Bock» berichtete bereits am 3. November 2020). Die Seuche stellt eine Bedrohung für die Schweinebestände in der Schweiz dar. Bereits am 10. September 2020 wurde in Deutschland die erste Infektion eines Wildschweins mit ASP bestätigt. Bis heute wurden rund 1200 Fälle nachgewiesen. Eine Einschleppung in die Schweiz beziehungsweise den Kanton Schaffhausen ist daher jederzeit möglich. Das Virus wird einerseits über den direkten Tierkontakt oder auch über kontaminierte Kleidung, Transportfahrzeuge oder Fleischabfälle des Menschen übertragen. Auch der stellvertretende Kantonstierarzt Christof Haab ist der Meinung: «Die Gefahr ist riesengross.»

Deshalb bereiteten sich alle kantonalen Veterinärämter zusammen mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen sowie dem Liechtensteiner Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen mit einer dreitägigen Übung auf ein Krisenszenario bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest vor. Am Mittwochnachmittag kam bei der praxisbezogenen Feldübung im Kanton Schaffhausen die ASP-Eingreiftruppe, bestehend aus speziell ausgebildeten Personen unter Führung der kantonalen Jagdverwaltung, in den Einsatz. 

Lehren und Erfahrungen gesammelt

Folgendes Szenario wurde geübt: Der Suchtrupp findet ein verendetes Wildschwein und markiert den Fundort. Während sich der Suchtrupp auf die Suche nach weiteren möglichen verendeten Wildschweinen macht, was aufgrund des unwegsamen Geländes und der engmaschigen Suche sehr anspruchsvoll ist, kommt dann das Bergungsteam zum Einsatz. «Wichtig ist, dass wir den Kadaver möglichst schnell bergen, damit keine anderen Wildschweine rangehen», erklärt der Schaffhauser Jagd- und Fischereiaufseher Patrick Wasem. Sobald das Bergungsteam ausgerüstet ist, die entsprechenden Hygienemassnahmen ergriffen hat und das Material wie beispielsweise Absperrband, Desinfektionsmittel, Kadaversäcke gefasst hat, geht es zum gut markierten Fundort, der abgesperrt und entsprechend beschriftet wird. Das verendete Wildschwein wird danach geborgen, fachgerecht in die Tierkadaverstelle gebracht und die entnommenen Proben auf ASP untersucht. Jegliche Fundorte werden im GIS-System markiert und ein weitläufiges Sperrgebiet eingerichtet, damit weitere Wildtiere durch allfällige Störungen nicht aus dem Gebiet verscheucht werden und die Seuche weiterverbreiten. 

«Die Übung war ein Riesenerfolg», erklärt Christof Haab. Daraus konnten wichtige Lehren und Erfahrungen für realistische Optimierungen gezogen werden. Die Feldübung in Hemishofen habe jedoch gezeigt, dass es bei einem Ernstfall sehr grosser Ressourcen bedürfe, so Patrick Wasem.

Nathalie Homberger, Schaffhausen24
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