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Rafzerfeld
04.10.2021

Wo Jung und Alt sich vernetzen

Evelina Els (l.) und Sabine Ganz sind die Projektleiterinnen des generationenübergreifenden Mittagstisches in Rafz.
Evelina Els (l.) und Sabine Ganz sind die Projektleiterinnen des generationenübergreifenden Mittagstisches in Rafz. Bild: Nathalie Homberger, Schaffhausen24
Verschiedene Generationen können voneinander lernen. Dies wird auch am neu lancierten Mittagstisch in Rafz gefördert, wo Jung und Alt zusammenkommen.

Geschichten von früher hören, von neusten Erlebnissen in der Schule erzählen oder alltägliche Themen gemeinsam diskutieren – so sieht ein Mittag am generationenübergreifenden Mittagstisch in Rafz aus. Dort bietet die reformierte Kirche in ihren Räumlichkeiten an der Dorfstrasse seit den Sommerferien einen generationenübergreifenden Mittagstisch an. Die Initiantinnen Evelina Els, tätig bei der reformierten Kirche sowie der Jugendarbeit Rafz, und Sabine Ganz, Mitarbeitende bei der reformierten Kirche, stecken viel Herzblut in das Pilotprojekt, das versuchsweise auf ein Jahr angesetzt wurde. Laut den Leiterinnen könne die Teilnehmerzahl zwar noch höher sein, aber trotzdem seien sie mit dem bisherigen Verlauf des Projekts zufrieden.

Dabei stützen sie sich vor allem auf die positiven Rückmeldungen der bisherigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bereits einen Querschnitt aller Altersstufen der Rafzer Bevölkerung aufzeigen und auch immer wieder gerne am Mittagstisch teilnehmen. «Der Jüngste – begleitet von seiner Mutter – ist drei Jahre und die Älteste ist 88 Jahre alt», so Sabine Ganz.

Jung und Alt zusammenbringen

Dabei würde die Idee des Generationenmittagstischs effektiv gelebt werden: Es findet ein Austausch und eine Interaktion zwischen den Erwachsenen, den Jugendlichen sowie den Kindern statt. «Die Leute sind zufrieden, es herrscht immer eine gute und ausgelassene Stimmung», so Evelina Els. Wenn zehn Mahlzeiten pro Tag aufgetischt werden könnten, wäre das laut Evelina Els und Sabine Ganz optimal. Vor allem am Dienstag und Freitag hätte es noch einige freie Plätze. Willkommen seien alle Personen, die Interesse am generationenübergreifenden Austausch hätten.

Doch woher stammt die Idee, einen generationenübergreifenden Mittagstisch zu lancieren? Es gebe zwar einen Hort für Schulkinder in Rafz, aber die beiden Initiantinnen sahen, dass einerseits bei Eltern ein Bedürfnis für einen Mittagstisch bestand. Andererseits hat Sabine Ganz bei ihrer Arbeit auch mit älteren Personen zu tun. Diese zeigten sich begeistert von der Idee und wollten ebenfalls an einem solchen Mittagstisch teilnehmen. Da die beiden etwas Neues für das Dorf und dessen Bevölkerung schaffen wollten, entstand die Idee, Jung und Alt zusammenzubringen und in Zusammenarbeit mit der Pro Senectute den Mittagstisch anzubieten – eine Idee, die durchaus Potential hat und auch von der politischen Gemeinde Rafz unterstützt wird. «Jetzt braucht es einfach Zeit und wir schauen, wie es läuft», erklärt Sabine Ganz weiter. «Wir vermuten, dass die Hemmschwelle noch gross sein könnte, alleine zu kommen», fügt Evelina Els an. Sie habe dafür Verständnis und hofft, dass Hemmungen abgebaut werden können. Denn wenn mehrere Generationen an einem Tisch versammelt sind, können alle nur voneinander lernen und sich miteinander vernetzen.

Der Mittagstisch wird am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 12 bis 13.30 Uhr (ausser in den Schulferien) angeboten. Die Betreuungspersonen seien bedacht, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle wohl fühlen. Wichtige Bestandteile seien dabei Gespräche, Offenheit und Vertrauen. Die Kinder könnten semesterweise angemeldet werden. Die beiden Projektleiterinnen betonen jedoch, dass sie auch flexibel seien, falls beispielsweise Eltern unregelmässige Arbeitszeiten hätten. Erwachsene können sich jeweils bis am Vortag anmelden. Das Essen wird vom Altersheim Peteracker in Rafz geliefert. Die Projektleiterinnen sind auch bemüht, Integration am Mittagstisch zu leben. So kocht beispielsweise am 8. Oktober ein Asylsuchender aus Afghanistan Spezialitäten aus seiner Heimat.

Genaue Informationen zum generationenübergreifenden Mittagstisch sind unter refkirche-rafz.ch zu finden.

Nathalie Homberger, Schaffhausen24