Home Region Sport Schweiz/Ausland Magazin Agenda
Kultur
29.06.2021
29.06.2021 10:51 Uhr

Der Traum vom «Traumschiff»

Esther Fischer wirkte schon in verschiedenen grossen TV-Produktionen mit. Einer ihrer Träume ist es, einmal eine Rolle beim «Traumschiff» zu erhalten. Einmal habe es fast geklappt, sagt sie im Interview mit dem «Bock».
Esther Fischer wirkte schon in verschiedenen grossen TV-Produktionen mit. Einer ihrer Träume ist es, einmal eine Rolle beim «Traumschiff» zu erhalten. Einmal habe es fast geklappt, sagt sie im Interview mit dem «Bock». Bild: Yves Keller, Schaffhausen24
Sie trat schon bei TV-Serien wie «Unter uns» oder «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» vor einem Millionenpublikum auf oder drehte mit dem deutschen Fussballstar Michael Ballack einen Werbefilm. Die Schaffhauserin Esther Fischer setzte bereits früh auf die Schauspielerei. Heute kennen sie viele in der Region als Moderatorin bei «Tele Top».

Ihr Auftreten ist fröhlich und bescheiden zugleich. Esther Fischer, die auch schon für «Aktenzeichen XY» vor der Kamera stand, sagt von sich selbst, dass sie nie eine Rampensau gewesen sei. Im Gegenteil: «Ich war in der Schule nie diejenige, die sich um die Hauptrolle stritt, sondern ich wollte immer viel lieber die kleineren Rollen, weil ich grosse Angst hatte, den Text zu vergessen.» Das habe sich bis heute nicht geändert. Nicht zuletzt deswegen habe sie sich für eine Ausbildung im Filmbereich entschieden und nicht für eine klassische Ausbildung auf der Bühne. «Im Film hast du natürlich auch lange Texte, aber ein Texthänger ist viel weniger schlimm als auf der Bühne. Ich spielte bis heute als Profi noch nie bei einem Theaterprojekt mit, weil ich Angst habe, dass ich den Text vergessen würde.»

Kein Plan B

Dass sie Schauspielerin werden wolle, wusste die heute 40-Jährige schon bald. Schon als Kind hatte sie eine klare Vision ihrer Zukunft als Schauspielerin. Allerdings musste sie hart für dieses Ziel arbeiten. Unter anderem musste sie auch ihren Eltern klar machen, dass das ihr Weg sei: «Ich musste meinen Vater davon überzeugen, dass die Schauspielerei das Richtige für mich war. Später sagte er mir einmal, dass er mich am Anfang ganz bewusst kritisch hinterfragte, um festzustellen, ob ich wirklich bereit bin, alles für mein Ziel zu geben.» Das tat sie - kompromisslos. Einen Plan B gab es nie, aber sie habe auch nie an diesem Weg gezweifelt. Auch dann nicht, als es in der Ausbildung in Köln richtig hart wurde: «Die Ausbildung war psychisch sehr herausfordernd, weil wir alle möglichen Emotionen gezielt hervorbringen mussten. Das ist mit der Schauspielerei immer so. Ich mag das. Zum Leidwesen meines Mannes.» 

Millionenpublikum vs. Regionalsender

Die Aufträge in der Schauspielerei wurden bei Esther Fischer in den letzten Jahren etwas weniger. Ganz bewusst, wie sie sagt. Sie konzentriere sich aktuell lieber auf ihre Stelle bei «Tele Top». Beim Fernsehsender aus Winterthur moderiert sie seit sechs Jahren wöchentlich eine Ausflugssendung. Das sei für sie noch immer ein Traumjob: «Als ich die Stelle für die Sendung ‹Top Usflug› erhielt, war die Freude bei mir etwa so gross wie damals, als ich die Zusage bekam, bei ‹Unter uns› mitzuspielen. Ich bin jede Woche wieder an einem anderen Ort und kann die Sendungen eigenständig vorbereiten. Sogar die Texte schreibe ich selbst. Das ist sehr spannend und vielseitig.» Dass sie dafür auf ein Millionenpublikum in Deutschland verzichtet, stört sie nicht: «Das macht für mich keinen Unterschied, die Freude an der Arbeit ist wichtiger.»

Bereit für neue Rollen

Auch wenn sie sich in ihrer Aufgabe als TV-Moderatorin sehr wohl fühlt, ganz abgeschrieben hat Esther Fischer die Schauspielerei nicht. Immer wieder nimmt sie kleinere Rollen an und auch einen Auftritt bei einer grossen Produktion kann sie sich vorstellen: «Im Hinterkopf ist die Schauspielerei immer noch da, aber ich suche aktuell nicht auf Biegen und Brechen neue Engagements, weil ich mit meiner Situation bei ‹Top Usflug› extrem zufrieden bin.» Und doch gibt es einen Traum, den sie sich in der Schauspielerei noch erfüllen will. Einmal beim «Traumschiff» mitzuspielen. Fast hätte es einmal geklappt. Esther Fischer hatte bereits Kontakt mit dem damaligen TV-Produzenten, Wolfgang Rademann. Kurz darauf verstarb dieser aber und aus dem Engagement wurde nichts. Ganz aufgegeben hat Esther Fischer die Idee von einer Rolle beim Traumschiff trotzdem noch nicht: «Wer weiss, vielleicht ergibt sich ja doch noch eine Chance da mitzuspielen», sagt sie: «Ein Traum wäre es schon.»

Yves Keller, Schaffhausen24
Demnächst