Der Basadinger Beda Möckli ist in der Region Schaffhausen ein bekannter Mann. Er hat den Familienbetrieb Beda Beck gemeinsam mit seiner Frau Rosmarie vorangetrieben und prägt die regionale Backwelt bis heute. Der «Bock» spricht mit ihm über sein Leben als Sohn von Bauer Beda Möckli senior sowie seine Wünsche für die Zukunft der Traditionsbäckerei. Treffpunkt für das Interview ist das Beda Kafi in Basadingen – wo denn sonst.
Bäcker oder Bauer werden
Gegründet wurde der Beda Beck im Juni 1930 von Beda Möckli senior. Lange Zeit führte dieser die Bäckerei neben seinem Landwirtschaftsbetrieb. Nach dem Umbau des Gebäudes in Basadingen eröffnete er 1959 gemeinsam mit seiner Frau zusätzlich zum Laden das Café «Chez Beda». «Es war einer der ersten und einzigen Orte in der Region, in dem auch Frauen einkehren durften», sagt Beda Möckli über das Café, das seine Mutter bis ins hohe Alter mit ihrer lebensfreudigen und humorvollen Art führte. Er selbst hatte nach der obligatorischen Schulzeit eigentlich nur zwei Möglichkeiten: «Ich musste entweder Bäcker oder Bauer werden.» Da Beda Möckli schon von jeher grosse Freude am Backen hatte, entschied er sich für eine Lehre als Bäcker und Konditor. Erstmals zog es ihn fort von Basadingen – in eine der besten Bäckereien der Schweiz, nach St. Gallen. Später arbeitete er in einer berühmten Solothurner Konditorei. Nach der Rekrutenschule verschlug es Beda Möckli dann nach Genf, wo er seine Frau kennenlernte. «Doch dann wurde mein Vater krank, und ich musste kurzum zurück nach Basadingen.» Seine grosse Liebe liess er zurück. Aufgrund des immer schlechter werdenden Gesundheitszustands seines Vaters konnte Beda Möckli gar nicht mehr nach Genf zurückkehren. «Ich schrieb meiner Liebe einen Brief. Und sie begann einen Job zu suchen, um mir in meine Heimat nachzureisen», erzählt der Bäckermeister. Sie stieg als treibende Kraft ins Bäckerei-Geschäft ein, und die beiden bekamen zwei Söhne. Dann erkrankte Beda Möcklis Frau Rosmarie schwer an Krebs. «Trotz Chemotherapie stand sie jeden Tag im Laden. Sie leistete Unglaubliches.» Nach ihrem Tod übergab er 1999 die Bäckerei seinem jüngeren Sohn Hanspeter: «Ohne Rosmarie ging es einfach nicht mehr.»
Frischer Birewegge
«Im Beda Beck gibt es nur das Allerbeste», sagt Beda Möckli über die Traditionsbäckerei. Bis heute kommt der 80-Jährige regelmässig und gerne ins Beda Kafi oder huscht durch die Backstube, «auf der Suche nach frischem Birewegge.» Besonders wertvoll sind für ihn auch die kurzen Gespräche mit den Angestellten. «Wir haben hier ganz tolle Leute und die besten Konditorinnen», sagt Beda Möckli. Welche Produkte kann der Bäckermeister denn nun weiterempfehlen? «Ich selbst esse meist Graham- oder Parapan-Brot», so Beda Möckli. «Aber ab und zu gibt es auch einen Vollkorngipfel.»
Ein Lausbub gewesen
Mit seinen 80 Jahren ist Beda Möckli immer noch ein aktiver Mann. Seit seiner Jugend zählte das Jagen zu seinen Hobbys. «Ich reiste unter anderem in die Mongolei, nach Pakistan oder nach Russland, um zu erfahren, wie die Leute und das Wild dort leben.» Schon in der Schulzeit interessierte ihn die Natur mehr als Mathematik. «Ich war ein richtiger Lausbub. Statt Hausaufgaben zu machen, ging ich mit den Rössern in den Wald», so Beda Möckli. Heute ist er als Jagdaufseher im Schaarenwald unterwegs. «Ja, ich bin jeden Tag draussen in der Natur, am liebsten natürlich im Wald.» Dies trotz seiner aufgrund eines Zwischenfalls stark angeschlagenen Gesundheit. Der 80-Jährige lebt gemeinsam mit seiner neuen Partnerin Mägi Schneider in einem Haus in Basadingen. Ohne ihre Unterstützung könnte er seinen Alltag nicht mehr bewältigen. «Sie ist eine sehr, sehr gute Frau», schwärmt Beda Möckli. «Ich bin mir sicher, dass ich in meinem Leben die beiden besten Frauen hatte.»
Angst vor der Zukunft
«Es tut mir weh, dass das Personal aufgrund von Corona so eine schwierige Zeit erlebt», sagt Beda Möckli mitfühlend. Er selbst hat vor allem Angst vor der Zukunft des Beda Becks. Bisher ist bei keinem seiner Enkel sicher, dass er den Betrieb übernehmen wird. «Es wäre natürlich schön. Aber auch wenn es nicht klappt, bin ich stolz auf alles, was die Kinder meiner beiden Söhne erreichen», so Beda Möckli, der grosse Freude daran hat, wie sein Sohn Hanspeter und dessen Frau Barbara den Betrieb führen. «Als Könner und Macher haben sie viel verändert und stark zum Erfolg der Bäckerei beigetragen.» Heute arbeiten 40 bis 50 Angestellte in der Bäckerei, seit 1999 hat Hanspeter Möckli 25 Lehrlinge ausgebildet. «Ich wünsche mir, dass meine Familie gesund bleibt und dass es den Beda Beck noch lange gibt.»