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13.01.2026

Die Welt spinnt und trauert

Urs Tanner.
Urs Tanner. Bild: zVg.
Eine Kolumne von Urs Tanner.

Leider ist das Motto meiner Kolumnen aktueller denn je! Oje. Was für eine Tragödie im Wallis. Horrorzahlen, Horrorunglück, Horrortrauer, Horrorschmerzen, Horrorausreden. Was für ein schlimmes, herzloses Behördenversagen. Zum Glück widerstand man (kurz!) dem Reflex, die Wirte in U-Haft zu nehmen. Das wäre im Moment reinste Alibibefriedigung à la Russland. Der Rechtsstaat muss mit aller Härte richten, und das wird Jahre dauern. Das muss man aushalten. Viel Kraft, viel Lebenswillen, und ganz viel Lebensmut allen Betroffenen. Der Schmerz und der Verlust sind unbeschreiblich. Leider ist die Staatsanwaltschaft im Falle der U-Haft eingeknickt. Eine ausserkantonale Staatsanwaltschaft wäre wohl notwendig und angesagt. Ich teile die Meinung des Strafrechtsprofessors Jositsch, dass es eine menschliche Tragödie sei. Doch aus rechtlicher Sicht handle es sich bei den im Raum stehenden Vorwürfen um mittelschwere Delikte. Um eine Untersuchungshaft oder ein Ausreiseverbot anordnen zu können, müsse eine Reihe Voraussetzungen erfüllt sein. Beim Verdacht mittelschwerer Delikte seien diese Voraussetzungen kaum je erfüllt. Hinzu komme, dass es Hinweise auf eine mögliche Verdunkelungs- oder Fluchtgefahr geben müsse.

Die Verkündung der U-Haft am nationalen Trauertag (!) ist wohlfeil und leider falsch. Sicher muss man politisch nachdenken über die Freiwilligkeit einer Gebäudeversicherung (!), über kommunale Kompetenzen und massives Versagen bei Brandschutzkontrollen. Und dass der Gemeindepräsident nicht zurücktritt, ist eine bodenlose Frechheit. Für alle Betroffenen. Auch die Weltpolitik dreht am Rad, König Donald dreht auf, Bösewichte werden vorgeführt, tut der Falsche das Richtige, auch wenn es völkerrechtswidrig ist? Wahrscheinlich! Man wünschte sich noch ein paar Halunken und Verbrecher, die so «abgeholt» werden. Nicht wahr, Herr Putin? Dass der mad king dem befreundeten Nato-Staat Dänemark Grönland entreissen will, lassen wir mal unkommentiert…Und unsere kleine Welt? Wie läufts im Paradies? Da fallen doch eher Probleme der Kategorie Luxus auf. Sie erinnern sich? Maurus Pfalzgraf, 25 Jahre alt, nicht gewählt als höchster Schaffhauser. Schlimm? Überhaupt nicht! Eher eine Auszeichnung; nicht alle sind präsidiabel. (Der Schreibende mitgemeint). Und das meine ich als Lob. Es sind schon viele Präsidentinnen und Präsidenten aufgefallen, politisch ausgeschaltet, eher unsicher in Geschäftsordnung und Leitung; das waren jeweils lange und anstrengende Ratsjahre! Aber auch das: Kategorie Luxusproblemchen. Denke, lieber Maurus, an den damals jung gewählten SP-Kantonsrat Stefan Lacher, klug und strukturiert. Was macht der Mann heute? Ich vermute glücklich und unabhängig, und ohne Einfluss in der AL 2.0. Bleiben Sie gesund!

Schaffhausen24, Originalmeldung Urs Tanner
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