Im Herbst 2023 sagte Bernhard Brechbühl, CEO der 20-Minuten-Gruppe, noch, dass an Print festgehalten werde. Es werde eine Überarbeitung der Produktepalette geben, um sich dem Markt besser anpassen zu können und weiter wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Distributionsboxen der Printzeitung würden noch nicht angetastet werden. Aktuell gäbe es aber eine Prüfung, ob das Printprodukt mit neuem Erscheinungsrhythmus weitergeführt werden soll.
Nun geht es der Printausgabe von 20 Minuten nicht nur leicht, sondern ganz an den Kragen. Es ist ein harter Schlag für die Medien- und vor allem die Print-Branche. Seit längerem ist jede Ausgabe, die noch gedruckt werden kann, keine Selbstverständlichkeit. Für 20 Minuten heisst dies, dass 80 Vollzeitstellen betroffen sind. Zudem ist eine nationale Redaktion für die Deutsch- und Westschweiz geplant. Ab Neujahr soll es nur noch die Standorte Lausanne, Bern und Zürich geben. Die Regionalbüros in Basel, Genf, Luzern und St. Gallen werden bereits Ende 2025 geräumt. Für die Gesamtleitung zeichnet Chefredaktorin Désirée Pomper.
Auch die Tageszeitung 20 Minuti im Tessin konnte diese Entwicklung nicht abwenden. Die vom Joint Venture 20 Minuti Ticino SA herausgegebene Pintausgabe soll ebenfalls nur noch als Newsportal Tio/20 Minuti weitergeführt werden.
Regionale News weiterhin Bestandteil
Gemäss 20 Minuten sollen lokale und regionale News weiterhin ein Teil der Berichterstattung bleiben. Sie würden durch ein Korrespondentennetz abgedeckt werden. Chefredaktorin Désirée Pomper wird ab September die Gesmtleitung von 20 Minuten und 20 Minutes übernehmen. Bis dahin wird sie weiterhin für die Publizistik in der Deutschschweiz verantwortlich sein.