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Politik
10.06.2025
19.06.2025 17:36 Uhr

Zielgerade Richtung Ständerat: Severin Brüngger

Severin Brüngger sieht Hannes Germann (SVP) und sich als Starke Stimme für Schaffhausen in Bern.
Severin Brüngger sieht Hannes Germann (SVP) und sich als Starke Stimme für Schaffhausen in Bern. Bild: Sandro Zoller, Schaffhausen24
Die Wahl rückt immer näher. Nur noch knapp drei Wochen bis der nächste Schaffhauser Ständerat feststeht. Vielleicht sind Sie, liebe Leserinnen und Leser, noch unentschlossen oder wünschen letzte Informationen, um definitiv für den favorisierten Kandidaten stimmen zu können. Deshalb besteht Teil II unserer Polit-Reihe aus Portraits von Severin Brüngger (FDP) und Simon Stocker (SP) – stets der Mensch und sein Tun im Fokus.

Die Schweiz endet bei vielen Themen in Bundesbern bereits an der Grenze zum Kanton Schaffhausen, so der FDP-Ständeratskandidat Severin Brüngger: «Schaffhausen muss mehr auf das Tapet gebracht werden, um mehr Gehör zu finden. Sonst werden wir als Randkanton, nördlich des Rheins übergangen.» Das Stichwort heisse in diesem Zusammenhang «lobbyieren». Denn als Grenz- und Geberkanton sei Schaffhausen wichtig für die Schweiz und das müsse stärker in den Köpfen verankert werden.

Der Leidenschaft folgen und für die Sache brennen

Der 47-jährige Pilot und Politiker wohnt mit seinen drei Kindern und der Ehefrau auf der Breite. Aufgewachsen ist er aber im Zürcher Weinland. Sein beruflicher Werdegang begann bei der SIG mit einer Lehre als Maschinenmechaniker und anschliessender Berufsmatura. Neben der sportlichen Karriere bei den Kadetten, und in der Schweizer Handball-Nationalmannschaft, arbeitete er weiterhin bei der SIG. Mit 28 Jahren, noch bevor er den Zenit erreicht hatte, hängte er den «Handball» an den Nagel – zugunsten einer weiteren Passion, dem Fliegen. «Der Sport hat mich gelehrt im Team zu arbeiten, zu gewinnen und zu verlieren. Solidarität und das Leistungsprinzip wurden ebenfalls hochgehalten.»

Politisch startete er 2021, mit der Aufnahme im Grossen Stadtrat von Schaffhausen, so richtig durch. Ein Jahr später gewann er weiter an Höhe und nahm Einsitz im Kantonsrat. Ehrenamtlich ist er Präsident der Sparte «Junioren und Breitensport» bei den Kadetten, im Vorstand des privaten non-profit Spitex-Dienstes Pflegeteam 2000 und Helfer beim Roten Kreuz. Seine «Flugstrecke» sei nie einem selbst auferlegten Plan gefolgt. Er habe sich hauptsächlich von seiner Leidenschaft leiten lassen, verrät Brüngger im Gespräch mit dem «Bock»: «Wenn ich für eine Sache brenne, dann ergibt sich daraus einfach etwas Gutes. Und ich brenne für Schaffhausen.»

Prägende Projekte und Aufgaben

Viel Zeit und Energie habe Brüngger in die Arbeit in der Geschäftsprüfungskommission des Grossen Stadtrats investiert: «Es war mir ein Anliegen, jedes Geschäft genau unter die Lupe zu nehmen, damit wirklich jeder einzelne Steuer-Franken sinnvoll investiert wurde.» Seit jeher setze er sich für das Gewerbe, im Speziellen das Kleingewerbe wie Familienunternehmen, ein. Sie würden dafür sorgen, dass lokal Arbeitsplätze geschaffen werden. Weiterhin präge ihn die Aufgabe als Präsident der Gesundheitskommission im Kantonsrat. Es bereite ihm persönlich eine grosse Freude, dass der Neubau des Spitals realisierbar ist. 

«Wenn ich für eine Sache brenne, dann ergibt sich daraus einfach etwas Gutes. Und ich brenne für Schaffhausen.»
Severin Brüngger

Vision 2025

Drei zentrale kantonale Punkte will Severin Brüngger intensiver bearbeiten. Die Jungen sollen in Schaffhausen die ganze Palette an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten haben und dazu gehöre ebenfalls eine Fachhochschule. Das neue Kantonsspital benötige angepasste Tarife, damit die öffentliche Hand es nicht quersubventionieren müsse. Als drittes stehe die Strassen- und Schieneninfrastruktur ganz weit oben auf der Prioritätenliste. «Es gibt kaum etwas Schlechteres für die Wirtschaft, als wenn die Menschen im Stau stehen oder keine guten Zugverbindungen haben.» Diese Zeit könnte jeder sinnvoller bei der Arbeit oder mit der Familie verbringen. Für die Zukunft sollte in einem Gesamtpaket über Strassen- und Schienenausbauprojekte abgestimmt werden. Dafür sei auch eine Mehrheit einfacher zu finden. Und wäre der Ausbau finanzierbar? «Ja, der Staat nimmt genug Geld ein. Die Mittel sind vorhanden», so Brüngger.

Ein Kapitän hat die Verantwortung über ein ganzes Flugzeug. Der Beruf habe ihm eines beigebracht und das sei eine ehrliche und offene Kommunikation. «Nicht nur beim Fliegen auch in der Politik sind Offenheit und Transparenz wichtige Werkzeuge, um bei den Menschen glaubhaft zu wirken und die Arbeit erfolgreich abschliessen zu können. Mich dazu verbiegen kommt nicht in Frage. Ich bin kein Typ, der es allen recht machen möchte.»

Freiheit und Verantwortung

Freiheit münde in einer starken Gesellschaft, welche wiederum auf einer gemeinsamen Identität und Werten fusse. «Ich bin lieber ein Wildpferd als ein Stallpferd. Freiheit bedeutet mir viel. Aber Freiheit bedeutet auch Disziplin, insbesondere Eigendisziplin.» Das heisse im Grundsatz, dass man für die vorhandenen Möglichkeiten auch etwas an die Gemeinschaft zurückgeben sollte. Diese Verantwortung für den Kanton und das Land möchte Brüngger im Ständerat wahrnehmen: «Mit SVP-Mann Hannes Germann kann ich eine starke Stimme sein. Mit der Mitte zusammen bilden die Bürgerlichen eine klare Mehrheit im Ständerat. Und das hilft bei der Umsetzung von Schaffhauser Projekten.»

Sandro Zoller, Schaffhausen24
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