Slavische Zwiegespräch zu Dritt
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Die drei Komponisten der Trios, die das Streichtrio am 11. Januar 2026 um 17 Uhr im Rathaus-Konzert Diessenhofen erklingen lassen, haben diverse Gemeinsamkeiten: die slavische Herkunft und musikalische Sprache, und zwei waren in den USA, dies allerdings aus verschiedenen Gründen. Das Terzetto von Antonín Dvořák entstand vom 7. bis 14. Januar 1887 in Prag. 1892 trat er eine Stelle als Direktor des National Conservatory ofMusic in New York an, die er drei Jahre innehatte.
Mykola Lysenko wurde ein Jahr nach Dvořák in eine Familie, die zur ukrainischenErbaristrokratie gehörte, geboren und aufgewachsen. Er studierte zuerst Biologie in Chrakowund Kiew. Danach begann er ukrainische Volkslieder zu sammeln, und absolvierte als Stipendiat der russischen Musikgesellschaft ein Musikstudium in Leipzig. Im Jahre seines Abschlusses entstand sein Trio. Später ergänzte er seine Ausbildung bei Rimsky Korsakow in St.Petersburg, wo er wegen seiner ukrainischen Herkunft oft schikaniert wurde. 1904 eröffnete Lysenko in Kiew seine eigene Musikschule.
Als 50jähriger floh Bohuslav Martinù im Juni 1940 vor den Nazis in Paris über Südfrankreich, wo er auf Bahnhöfen übernachtete, nach Lissabon, und landete neun Monate später in NewYork. Der englischen Sprache nicht mächtig sehnte er sich nach seiner Heimat bei Prag. Ein Unfall beeinträchtigte sein Nervensystem und Gehör für viele Jahre. In dieser Extremsituation komponierte Martinù seine drei Madrigale für ein befreundetes Ehepaar.
Ihre musikalische Ausbildung begann Yuliia Bielitska an der Musikschule ihrer Heimatstadt Kiew, und wechselte später an das Musikgymnasium Lysenko, wo sie bei Prof. Yaroslava Ryvniak studierte. Sie nahm erfolgreich an zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben teil. 2012 gewann sie beim 21st Century Art Wettbewerb den zweiten Preis, 2013 den ersten Preis beim Evgeny StankovicWettbewerb sowie 2018 den ersten Preis beim David-Oistrach-Wettbewerb. Nach dem Schulabschluss setzte sie ihr Studium an der Nationalen Musikakademie der Ukraine «Tschaikowsky» bei Prot. Olga Ryvniak fort. 2019 zog sie nach Deutschland, wo sie ihr Bachelor- und Masterstudium an der Hochschule für Musik Würzburg bei Prof. Herwig Zack erfolgreich abschloss. Seit 2023 ist Yuliia Mitglied des Philharmonischen Orchesters Würzburg in der Gruppe der ersten Violinen.
Auch Natalka Totovytska stammt aus einer ukrainischen Musikerfamilie aus Kiew und erhielt ihren ersten Geigenunterricht im Alter von fünf Jahren am Musikgymnasium bei Prof. Yaroslava Ryvniak. 2024 schloss sie erfolgreich ihr Bachelorstudium an der Nationalen Musikakademie der Ukraine bei Prof. Taras Yaropud ab. Derzeit studiert sie an der Hochschule für Musik Würzburg bei Prof. Sören Uhde. Natalka nahm an zahlreichen internationalen Wettbewerben und Festivals teil. Sie hatte auch einen Zeitvertrag bei der Luxemburger Philharmonie und ist derzeit Akademistin bei den Essener Philharmonikern. Konzertauftritte führten sie in renommierte Säle Europas.
An der Musikschule ihrer Heimatstadt Moskau erhielt Katerina Zubkova ihren ersten Geigenunterricht bei Prof. Alexander Revich. 2002 wechselte sie zur Bratsche. Sie studierte an der Hochschule für Musik Reina Sotía in Madrid bei Prof. Dietmut Poppen und Nils Mönkemeyer und an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. Seitdem konzertiert sie regelmäßig in verschiedenen Kammermusikbesetzungen. Sie war Mitglied der Giuseppe-Sinopoli-Akademie an der Staatskapelle Dresden. Nach ihrem Abschluss erhielt Katerina einen einjährigen Zeitvertrag bei der Staatskapelle Dresden mit zahlreichen Auslandstourneen in Europa, China und den USA. Seit März 2017 ist sie festes Mitglied des Philharmonisches Orchester Würzburg.