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Wirtschaft
29.11.2021

Eine eigene Firma mit 17 Jahren besitzen

Drei von sechs Gründungsmitgliedern der Firma PETTASTIC: Emanuel Schärer, Deborah Jahn, Lilly Springweiler (v. l.).
Drei von sechs Gründungsmitgliedern der Firma PETTASTIC: Emanuel Schärer, Deborah Jahn, Lilly Springweiler (v. l.). Bild: Yves Keller, Schaffhausen24
Sechs Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Schaffhausen haben ein Verfahren entwickelt, um aus alten PET-Flaschen Handyhüllen zu entwerfen. Die Nachfrage nach den Hüllen ist bereits gross.

Der Termin für das Interview findet – wie das bei Firmen üblich ist – im Sitzungszimmer statt. Nur befindet sich das Sitzungszimmer nicht in einem Konzerngebäude, sondern an der Kanti Schaffhausen. Hier sprechen Lilly Springweiler, Deborah Jahn und Emanuel Schärer über ihre Firma PETTASTIC, die sie im Zusammenhang mit dem Projekt «Yes» gegründet haben. «Yes» ist eine Organisation, die mit ihrem Programm Jugendliche als Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer fördert. Als ihnen ihr Lehrer vorgeschlagen habe, beim Projekt mitzumachen, seien sie von der Idee, eine eigene Firma zu gründen, begeistert gewesen und hätten sogleich verschiedene Ideen zusammengetragen, sagt Lilly Springweiler. Hierbei sei von Anfang an der Nachhaltigkeitsgedanke tragend gewesen, ergänzt Emanuel Schärer: «Wir setzten uns das Ziel, ein ökologisches Projekt zu starten. Das ist uns sehr wichtig. Wir wollen der Menschheit auch etwas geben und nicht nur Geld verdienen.» Die PET-Flaschen für die Produktion der Handyhüllen kommen im Moment vor allem noch aus dem Kreise der Familie und von Bekannten. Das soll sich aber bald ändern. So sei zum Beispiel eine Zusammenarbeit mit der Kanti-Mensa angedacht. . 

Eigenes Verfahren entwickelt

Für die Produktion der Handyhüllen aus PET-Flaschen ist Deborah Jahn zuständig, die zuerst zu Hause im Backofen Versuche startete, ehe sie in der Firma ihres Vaters ein professionelles Verfahren entwickeln konnte. Die Herstellung der Hüllen bereite ihnen allen sehr viel Spass, sagt sie, es raube aber auch viel Zeit: «Das Projekt ist schon sehr intensiv. Neben der Schule bleibt aktuell nicht mehr viel Zeit für anderes.» Der Aufwand scheint sich zu lohnen, die Partizipationsscheine der Firma waren innerhalb weniger Tage verkauft und auch Bestellungen seien schon viele eingegangen, bestätigt Lilly Springweiler, die als CEO der Firma fungiert: «Wir sind mit dem Verkauf sehr zufrieden und kommen teilweise kaum nach. Das freut uns natürlich sehr.» 

Expandieren nicht ausgeschlossen

Die Firma habe ihr Leben ziemlich verändert, sagen die drei Jugendlichen. Auch untereinander gab es einige Anpassungen, gibt Emanuel Schärer zu: «Wir sind nun nicht mehr einfach Freunde, sondern auch Geschäftspartner. In den Pausen und in der Freizeit dreht sich in unseren Gesprächen meistens alles um die Firma. Das hat sich schon sehr geändert.» Und die Jungunternehmerinnen und der Jungunternehmer denken bereits an die Zukunft. Das Verfahren, das für die Handyhüllen angewendet wird, könne auch in anderen Bereichen eingesetzt werden. Wie funktioniert denn das Verfahren? Kurzes Schweigen, dann die Antwort, wie bei Profis: «Betriebsgeheimnis.» 

Yves Keller, Schaffhausen24