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Gesellschaft
13.09.2021
28.06.2022 11:31 Uhr

Menschen in der altra

Tobias Schlagenhauf im Interview.
Tobias Schlagenhauf im Interview. Bild: zVg.
Tobias Schlagenhauf arbeitet seit über 20 Jahren in der altra schaffhausen im Team Industriemontage. Er wurde zum Thema Lockdown interviewt.

«Bock»: Wie war das für Sie und Ihre Arbeitskolleginnen und Kollegen, als es im März 2020 zum Lockdown kam?

Tobias Schlagenhauf: Ich kenne viele Personen, für die es sehr schlimm war, von heute auf morgen nicht mehr zur Arbeit zu können. Ich hatte während dem Lockdown mehr Freizeit und somit mehr Zeit für meinen Hund. Viel Bewegung und frische Luft war somit kein Problem.

Was hat Ihnen am meisten gefehlt?

Schlagenhauf: Ich hatte keine Tagesstruktur mehr und kam mir oft nutzlos vor. Mir wurde es dann auch relativ schnell langweilig. Von anderen Teammitgliedern habe ich mitbekommen, dass sie vor allem Angst hatten. Nicht vor dem Virus, sondern Angst davor, den Job zu verlieren. 

Was für Beobachtungen haben Sie sonst noch gemacht?

Schlagenhauf: Je länger die Situation andauerte, desto weniger hat sich die Bevölkerung an die Maskenpflicht gehalten. Das finde ich nach wie vor nicht fair gegenüber anderen Personen.

Wenden wir uns den Lockerungsmassnahmen zu. Wie war es für Sie zu hören, dass Sie wieder zur Arbeit können?

Schlagenhauf: Ich habe mich riesig gefreut, wieder zu arbeiten. Wieder eine Struktur zu haben, meine Arbeitskollegen und meinen Gruppenleiter endlich wieder zu treffen und mit ihnen zu arbeiten und zu reden. 

Was war aus Ihrer Sicht positiv in der Lockdown-Phase?

Schlagenhauf: Dem Fachpersonal hat es bestimmt gut getan, dass sie teilweise unsere Arbeit machen «mussten», da wir ja nicht arbeiten konnten. So konnten sie selbst erleben, wie exakt und zuverlässig wir arbeiten.

Wie lauten Ihre Zukunftswünsche?

Schlagenhauf: Ich wünsche mir, dass die Pandemie in Kürze komplett vorbei ist. Es war nicht schön, nicht arbeiten zu können. Das möchte ich nicht noch einmal erleben. Von Firmen wünsche ich mir, dass die Barrieren für einen Wechsel vom geschützten in den freien Arbeitsmarkt endlich abgebaut werden. Und dass Begriffe wie Behinderte oder Menschen mit Beeinträchtigungen komplett verschwinden. Wir sind alles Menschen, alle sollten gleich behandelt werden, es braucht keine Unterscheidung.

Schaffhausen24