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Auto & Mobil
29.06.2021

Wir haben genügend Strom für die E-Mobilität

Die Verkaufszunahme von E-Fahrzeugen hat keinen spürbaren Einfluss auf die Strommengenproduktion – auch dank des Schaffhauser Kraftwerkes.
Die Verkaufszunahme von E-Fahrzeugen hat keinen spürbaren Einfluss auf die Strommengenproduktion – auch dank des Schaffhauser Kraftwerkes. Bild: Marcel Tresch, Schaffhausen24
Der Marktanteil an E-Autos steigt. Öffentliche Ladestationen gibt es genügend. Über 80 Prozent der Fahrzeuge werden daheim geladen.

Die Mobilität auf der Strasse ist im Wandel. Immer mehr Hersteller drängen mit neuen Elektroautos auf den Markt (siehe Artikel auf Seite 5). Tendenz steigend. Die rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge liegen also im Trend. Die Gründe dafür sind zum Teil fallende Autopreise und vor allem steigende Reichweiten. Aber der Wandel zur E-Mobilität findet nicht über Nacht statt. Die Zahlen zeigen, dass innerhalb von einem Jahr rund 70 000 teil- oder vollelektrisch betriebene Fahrzeuge verkauft wurden. Gemessen an den rund 4,7 Millionen Personenwagen, die in der Schweiz unterwegs sind, dauerte es eine gefühlte Ewigkeit, bis diese Flotte ausgetauscht wäre.

Unbegründete Behauptungen

Trotzdem gibt es immer wieder Behauptungen, dass aufgrund der steigenden Verkaufszahlen von E-Autos die Stromversorgung über kurz oder lang zusammenbrechen könnte. Ausserdem gäbe es zu wenig öffentliche Ladestationen. Wahr oder unwahr? «Beides ist nicht richtig», weiss Patrick Bartholome, Assistent Energie- und Umwelttechnik von SH Power. Seine Aussage hat in erster Linie für die Region Gültigkeit. Um die Entwicklung bezüglich steigender Zahlen an immatrikulierten Stromern zu verfolgen und allfällige Massnahmen in Bezug auf die Stromproduktion ergreifen zu können, wurde bei SH Power schon vor zwei Jahren das Geschäftsfeld E-Mobilität aufgebaut.

Kraftwerk ist komfortable Situation

Dessen Ziel ist es, Private und Unternehmen rund um dieses Thema umfassend zu beraten und keine offenen Fragen unbeantwortet zu lassen. Dazu hat SH Power auch eine Internetplattform aufgeschaltet, welche die Themen daheim und unterwegs laden sowie intelligente Ladelösungen behandelt. Die Profis garantieren zudem für die Neubau- und Umbauobjekte die sorglose Planung und Installation sowie den Betrieb der Ladestationen. In Schaffhausen gibt es derzeit drei öffentliche Ladestationen mit je drei Stationen beim Kraftwerk, auf dem Kirchhofplatz und beim Freizeitpark auf der Breite. «Diese sind selten alle gleichzeitig besetzt, denn zu über 80 Prozent werden die Fahrzeuge daheim geladen», sagt Patrick Bartholome. Auch wenn die Verkaufszahlen der Elektrofahrzeuge weiter steigen, erwartet der Fachmann keine Stromengpässe. Zum einen hat Schaffhausen die sehr komfortable Situation, ein eigenes Kraftwerk zu haben. Zum andern wird sich die Stromlieferung hin zum sinnvollen und intelligenten Laden verschieben.

Zukunft is das intelligente Netz

Dabei wird die Stromzufuhr zeitlich so gesteuert und geregelt, dass es zu keinen Spitzenlasten kommt. Dazu tragen auch die privaten Photovoltaikanlagen als kleines Kraftwerk bei. Wenn zudem in einer Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses oder Einkaufszentrums mehrere Elektroautos gleichzeitig geladen werden sollen, kommt ein dynamisches Lastmanagement zu Anwendung, das dafür sorgt, dass nicht alle Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden. Dieses berücksichtigt zudem die Gebäudelast, also diejenige Strommenge, die das Gebäude auch sonst noch braucht. Das bedeutet anders ausgedrückt: Weg vom Verteil-, hin zum intelligenten Netz. «Damit bleibt für die Bevölkerung alles beim Alten», so Patrick Bartholome.

Marcel Tresch, Schaffhausen24