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Auto & Mobil
27.04.2021

Sicher auf dem E-Bike unterwegs

Im Praxisteil des Sicherheitskurses lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anhand eines Parcours das Fahrgefühl von Elektrovelos kennen.
Im Praxisteil des Sicherheitskurses lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anhand eines Parcours das Fahrgefühl von Elektrovelos kennen. Bild: Märta Strömstedt, Schaffhausen24
Der richtige Umgang mit E-Bikes: Das will mit Kursen gelernt sein.

Von den herkömmlichen Fahrrädern kaum zu unterscheiden – das E-Bike – welches in der Schweiz immer gefragter ist. In den letzten fünf Jahren haben sich die jährlichen Verkäufe von neuen E-Bikes mehr als verzehnfacht. Bei der Zunahme von E-Bike-Fahrerinnen und E-Bike-Fahrern, nehmen aber auch die Unfälle mit elektrischen Fahrrädern zu. Im Hinblick auf die Verkehrssicherheit hat sich die TCS Sektion Schaffhausen entschieden, wieder einen E-Bike-Kurs ins Weiterbildungsprogramm zu nehmen und wird dabei von der Schaffhauser Verkehrspolizei und Pro Senectute Schaffhausen unterstützt.

Zu unterscheiden gilt, nach der neusten Regelung durch das Bundesamt für Strassen, zwischen einem langsamen E-Bike, auch Leicht-Motorfahrrad genannt, und einem schnellen E-Bike, welches aufgrund der Geschwindigkeitsunterschiede unter die Kategorie eines Motorfahrrads fällt. Ein Leicht-Motorfahrrad erreicht ohne Unterstützung maximal 20 Kilometer pro Stunde, während ein schnelles E-Bike mit Tretunterstützung bis zu 45 Kilometer pro Stunde erreichen kann. Die Geschwindigkeit des Fahrrades mit Elektroantrieb wird oft unterschätzt. Die Gefahren und geltenden Verkehrsregeln eines E-Bikes wie auch seine Vorteile werden in den E-Bike-Kursen in einem theoretischen und praktischen Teil vermittelt, um ein sicheres Verhalten mit dem E-Bike im Verkehr zu ermöglichen. Die Teilnehmenden lernen im Zentrum für Verkehrssicherheit im Schweizersbild in Schaffhausen anhand eines Parcours mit Hindernissen, Kreisel fahren und Bremstraining ihr E-Bike besser kennen.

Grundregeln im Verkehr

«In den letzten 30 Jahren haben sich die Verkehrsregeln enorm verändert», so Hans Werner Iselin, Präsident der TCS Sektion Schaffhausen. Bei Signalisationen und Markierungen im Verkehr ist ein Leicht-Motorfahrrad den Fahrrädern gleichgestellt. Jedes Fahrverbot, welches für Fahrräder und Mofas gilt, betrifft die schnellen E-Bikes, die einem «Töffli» gleichgestellt sind. Eine Helmpflicht ist nur für die schnelleren Motorfahrradfahrer obligatorisch, doch es wird empfohlen, immer einen zu tragen – sicher ist sicher.

Eigenschaften und Gefahren

E-Bikes haben ein anderes Fahrzeugverhalten als herkömmliche Fahrräder. Deshalb sollte zuerst das Vertrauen zum E-Bike hergestellt werden und die Fahrtechnik beherrscht werden, bevor es damit auf die Strasse geht. E-Bikes sind wesentlich schneller als herkömmliche Fahrräder, aber auch deutlich schwerer – beide Faktoren zusammen verlängern den Anhalteweg. Auch das Bremsen ist ungleich eines herkömmlichen Fahrrades. Beim Bremsen überträgt das Vorderrad rund 90 Prozent der Bremskraft. Besonders die Vorderradbremse sollte genutzt werden. Im Jahr 2020 starben in der Schweiz 15 E-Biker und 521 wurden schwer verletzt. Die Geschwindigkeit der E-Bikes wird von anderen Verkehrsteilnehmern oft auch unterschätzt. Studien zeigen, dass Fahrradfahrer von anderen Verkehrsteilnehmern bei Unfällen in bis zu 80 Prozent der Fälle weder gesehen noch wahrgenommen werden. Beim Fahren im Verkehr gilt es daher, defensiv zu fahren und immer in Bremsbereitschaft zu sein. Das Tragen einer Warnweste sowie heller Bekleidung unterstützt die Erkennbarkeit im Verkehr.

Märta Strömstedt, Schaffhausen24